Knaak: Das Collier des Todes
Ferdinand Lion komprimierte das dämonisch Fantastische von E. T. A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi» für Paul Hindemith zum fesselnden Opernbuch. Das Theater Regensburg wagte achtzig Jahre später ein Remake dieses Stoffes – als Musical. Für die Texte zeichnet der Bamberger Intendant Rainer Lewandowski, für die Musik der Arrangeur und Dirigent Manfred Knaak verantwortlich.
Lewandowski beschäftigt, im Gegensatz zu Lion, nahezu das komplette Personal der Vorlage und rückt das junge Paar Madelon/Olivier in den Vordergrund.
Er bleibt dabei hinter der Dichte von Hindemiths Oper zurück. Dass Dämonie und das Getriebensein Cardillacs zu kurz kommen, schmerzt. Im zweiten Teil, nach Cardillacs Ermordung, tritt die Musik zugunsten der Hoffmann’schen Vorlage zurück, aus der längere Passagen nahezu wörtlich zitiert werden. Manfred Knaaks illustrative Partitur scheut (mit einfacher Melodik über rhythmisch wie harmonisch eingängigen Floskeln) weder den seichten Unterhaltungston noch pompöse Blechfuriosi. Sie passt sich in den kurzen Songs den Herz-Schmerz-Reimen der Texte an, erreicht nur in einigen Übergängen eine gewisse Selbstständigkeit, sorgt für erhebliche Längen und wirkt beim ...
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