Knaak: Das Collier des Todes

Regensburg

Opernwelt - Logo

Ferdinand Lion komprimierte das dämonisch Fantastische von E. T. A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi» für Paul Hindemith zum fesselnden Opernbuch. Das Theater Regensburg wagte achtzig Jahre später ein Remake dieses Stoffes – als Musical. Für die Texte zeichnet der Bamberger Intendant Rainer Le­wandow­ski, für die Musik der Arrangeur und Dirigent Manfred Knaak verantwortlich.
Lewandowski beschäftigt, im Gegensatz zu Lion, nahezu das komplette Personal der Vorlage und rückt das junge Paar Madelon/Olivier in den Vordergrund.

Er bleibt dabei hinter der Dichte von Hindemiths Oper zurück. Dass Dämonie und das Getriebensein Cardillacs zu kurz kommen, schmerzt. Im zweiten Teil, nach Cardillacs Ermordung, tritt die Musik zugunsten der Hoffmann’schen Vorlage zurück, aus der längere Passagen nahezu wörtlich zitiert werden. Manfred Knaaks illustrative Partitur scheut (mit einfacher Melodik über rhythmisch wie harmonisch eingängigen Floskeln) weder den seichten Unterhaltungston noch pompöse Blechfuriosi. Sie passt sich in den kurzen Songs den Herz-Schmerz-Reimen der Texte an, erreicht nur in einigen Übergängen eine gewisse Selbstständigkeit, sorgt für erhebliche Längen und wirkt beim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Gerhard Heldt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Medium der Musik

Das Königliche Theater in Kopenhagen hat viele Chancen verpasst, Inga Nielsen mit ihren Glanzpartien vorzustellen. Der Prophet hat es schwer im eigenen Land. Das Dänische Radio (DR/Danish Broadcasting Corporation) war klüger und hat den Weg der bedeutendsten dänischen Sängerin ihrer Generation durch Live-Mitschnitte und Studioaufnahmen zumindest ein Stück lang...

Arbeit am Mythos

Ein junger Mann gerät unverhofft in den Dunstkreis eines erfolgreichen Komponisten. Des «berühmtesten lebenden deutschen Komponisten schlechthin», wie man dem schüchternen Doktoranden der Germanistik versichert. Für diesen Komponisten zu arbeiten, «das sei in ­gewisser Weise so, als würde man für Brahms arbeiten. Oder für Beethoven.» Die Aufgabe des jungen Mannes:...

Berliner Operngeschichte

In Berlin war er eine Institution: Helmut Krebs, der als junger Sänger 1938 zuerst an die Städtische Oper in Charlottenburg engagiert wurde und diesem Haus, der späteren Deutschen Oper, ein Leben lang, bis zu seinem letzten Auftreten als Alter Sträfling in Janáceks «Aus einem Totenhaus» in den späten achtziger Jahren, treu geblieben ist. Ein halbes Jahrhundert...