Klingt gut

Das Genfer Grand Théâtre wird saniert. Gegen Spielstättennöte à la Köln hat Intendant Tobias Richter sich gewappnet – und das volltaugliche Ersatztheater einfach selbst angeschafft

Opernwelt - Logo

Das Wort «Sanierung» hat mittlerweile den Beigeschmack der Katastrophe – dafür sorgen Beispiele wie die Kölner Oper oder die Berliner Lindenoper. Jetzt muss auch das Grand Théâtre de Génève hergerichtet werden. Intendant Tobias Richter hat im Laufe seiner Karriere bereits eine Baustelle nahezu unbeschadet überstanden.

Als Chef der Deutschen Oper am Rhein löste er das Problem unorthodox, indem er sich seine Ersatzspielstätte kurzerhand selbst baute: Die «RheinOperMobil», deren Rund-Konstruktion an Shakespeares Globe Theatre erinnerte, wurde neben dem Düsseldorfer Landtag aufgestellt.

Als Richter 2009 in Genf die Leitung übernahm, wusste er, dass auch hier eine mindestens einjährige Sanierungsphase bevorstand. Und wieder weigerte er sich, in eine bestehende Halle einzuziehen: «Man braucht einen Raum, bei dem man auch die Terminhoheit hat, sonst kann man nicht souverän planen.»

Die Düsseldorfer Lösung funktionierte leidlich, aber nicht optimal. Richter hielt deshalb Ausschau nach etwas Besserem – und wurde in Paris fündig, wo die Comédie-Française sich für die Zeit der Sanierung des Stammhauses 2012 ein Ersatztheater in die Gärten des Palais Royal gebaut hatte. «Das Theater musste in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Regine Müller

Weitere Beiträge
GEREIFT: Janáceks «Jenufa» aus der Deutschen Oper Berlin

Nicht alles, was auf den ersten Blick glänzt, ist von bleibendem Wert. Und nicht alles, was zunächst trübe wirkt, bleibt dauerhaft im Schatten. Als die Deutsche Oper Berlin 2012 «Jenufa» herausbrachte, überwogen gemischte Gefühle (siehe OW 4/2012). Dirk Beckers aseptisch leerer Weißraum, in dem Christof Loy die Tragödie ganz aus dem inneren Drama der Küsterin...

Was kommt...

Vorwärts
Die Zukunft des Musiktheaters will das frisch gegründete «Opera Forward Festival» (OFF) der Nationale Opera Amsterdam erkunden. U. a. steht die Uraufführung von Michel van der Aas «Blank Out» auf dem Programm. Und Peter Sellars kombiniert zwei neue Kurzopern von Kaija Saariaho.

Pour l’humanité
... lautet das Motto des Opernfestivals in Lyon. Daniele...

Der Mensch, überflüssig

Schnell, geradezu unweigerlich fühlt man sich durch den «Spieler» in die Sphäre einer Theatralik des Absurden versetzt. Noch über den klinisch-pathologischen Befund einer alle Fibern der Existenz erfassenden Sucht hinaus wird die Universalisierung des «Spiels» in diesem von Sergej Prokofjew selbst in Librettoform gebrachten Dostojewski-Stoff zur Metapher für eine...