Ideale Balance
Der bemerkenswerteste Versuch, Monteverdis «Poppea» den Händen von Barockspezialisten zu entwinden und dem musiktheatralischen Mainstream zuzuführen, war 1976 in Paris zu verfolgen, als Gwyneth Jones die Titelpartie sang, Jon Vickers den Nerone gab und Christa Ludwig als Ottavia, Richard Stilwell als Ottone sowie Nikolai Ghiaurov als Seneca auf der Bühne standen. Die neue Produktion der Houston Grand Opera knüpft nun ziemlich genau dort an, wo man in Paris aufgehört hat.
Zwar ist William Burden, der Houstoner Nerone, kein Heldentenor vom Schlage Vickers, doch hat er sich in einem breiten Repertoire bewährt. Seine Stimme zeichnet die fein ziselierten Linien der frühbarocken Musik mit flüssigem Nachdruck. Houston setzt also auf einen Tenor, wo Puristen einen Sopran erwarten würden. Auch Ottone begegnet uns hier nicht als (musikgeschichtlich korrekter) Altus, sondern als Bariton: Nathan Gunn gestaltet die Partie, als beschwöre er die so elegante wie eloquente Tongebung Stilwells – mit lyrischer Intensität und expressivem Ausdruck.
Susan Graham porträtiert Poppea in all ihrer faszinierenden Sinnlichkeit und Launenhaftigkeit – mit luxurierender Stimme, nahtlos zwischen Parlando und ...
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Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
Herr Mölich-Zebhauser, wieviel Ihrer Arbeitszeit widmen Sie der Akquisition von Fördergeldern, wieviel der Kunst?
Als ich vor acht Jahren in Baden-Baden anfing und das Haus rote Zahlen schrieb, musste ich zwei Drittel meiner Zeit finanziellen Dingen widmen. Heute sind es nur noch vierzig Prozent.
Ist es nicht frustrierend, wenn man dauernd reiche Menschen umwerben...
Herr Schindhelm, Sie haben vor kurzem öffentlich erklärt, dass die Berliner Opernhäuser die bis 2009 vorgeschriebenen Einsparungen nicht erbringen können. Was hat Sie zu diesem dramatischen Schritt veranlasst, obwohl bis zum Stichtag noch drei Jahre Zeit sind?
In den Planungen liegt das Jahr 2008 bereits hinter uns – und wir wissen nicht, wie wir es bezahlen sollen....
