Klein ist spitze

Warum die auswärts viel gefragten Dirigenten Roland Kluttig und Michael Hofstetter ihren Stammhäusern in Coburg und Gießen treu bleiben. Ein Doppelporträt

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Hier der Stolz der Blaublüter, derer von Sachsen-Coburg, dort der Stolz der mittelhessischen Bürgerschaft, die ihren Musentempel einst selbst finanzierte: Weiter auseinander können Gründungsakte und Tradition kaum liegen. Viel Selbstbewusstsein tanken Coburg und Gießen aus ihrer Vergangenheit, auch weil sie sich heute gegen die Dickschiffe der Szene behaupten müssen – und dabei Saison für Saison zu erstaunlichen Ergebnissen kommen. Die Gemeinsamkeiten sind also doch größer, als man der Historie auf den ersten Blick entnehmen mag. Bis hin zu den aktuellen Generalmusikdirektoren.

Beide Häuser leisten sich mit Roland Kluttig (Coburg) und ­Michael Hofstetter (Gießen) zwei Fremdgeher. Dirigenten, die seit Jahren in fester, glücklicher Beziehung mit ihrem Haus leben, sich aber immer wieder Seitensprünge mit prominenten Opernbräuten gönnen. Und das Beste: Die Affären sind sogar erwünscht.

Kluttig, seit 2010 in Coburg Chef und mit weithin beachteten Gastspielen in Nizza, Frankfurt, Mannheim («Böse Geister» von Adriana Hölszky) oder zuletzt in der grandiosen Stuttgarter «Salome» präsent, ist ins Amt mehr oder weniger überraschend gekommen. Vielleicht gerade weil der 48-Jährige nach eigenem ...

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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Porträt, Seite 60
von Markus Thiel

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