Dunkel, brennend, forschend
Das Erste, was mir an ihm auffiel, war sein Blick: dunkel, brennend, forschend. Dann die Art, wie er sprach, sanft, aber mit Nachdruck. Als ich Peter Maxwell Davies Ende der 1960er-Jahre kennenlernte, ahnte ich: Das ist einer, der jedes Wort meint, das er sagt. Einer, der furchtlos ist. Tatsächlich kannte Max keine falsche Scheu. Nicht im Umgang mit den Kritikern, nicht im Umgang mit der Queen (vielleicht machte sie ihn deshalb zum Companion of Honour?). Und auch nicht im Umgang mit dem Tod.
Dass er am Ende der Welt hauste – im nördlichsten Schottland, auf den wettergepeitschten Orkney-Inseln –, heißt nicht, dass er elitär, gar wirklichkeitsfremd gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn Max an etwas glaubte, handelte er. Egal, ob er ein Festival für das kleine Völkchen auf den Orkneys auf die Beine stellen oder als Master of the Queen’s Music die Massen erreichen wollte. Selbst für Demos war er sich nicht zu schade: Als die britische Regierung beschloss, Truppen in den Irak zu schicken, sah man ihn marschieren. Max liebte das Leben, nahm Anteil, mischte sich ein. Und das machte ihn auch als Komponist einzigartig.
Ich kann mich noch genau an die Uraufführung seiner ersten Oper ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Sally Groves
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