Dunkel, brennend, forschend

Abschied von dem Komponisten Peter Maxwell Davies

Opernwelt - Logo

Das Erste, was mir an ihm auffiel, war sein Blick: dunkel, brennend, forschend. Dann die Art, wie er sprach, sanft, aber mit Nachdruck. Als ich Peter Maxwell Davies Ende der 1960er-Jahre kennenlernte, ahnte ich: Das ist einer, der jedes Wort meint, das er sagt. Einer, der furchtlos ist. Tatsächlich kannte Max keine falsche Scheu. Nicht im Umgang mit den Kritikern, nicht im Umgang mit der Queen (vielleicht machte sie ihn deshalb zum Companion of Honour?). Und auch nicht im Umgang mit dem Tod.



Dass er am Ende der Welt hauste – im nördlichsten Schottland, auf den wettergepeitschten Orkney-Inseln –, heißt nicht, dass er elitär, gar wirklichkeitsfremd gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn Max an etwas glaubte, handelte er. Egal, ob er ein Festival für das kleine Völkchen auf den Orkneys auf die Beine stellen oder als Master of the Queen’s Music die Massen erreichen wollte. Selbst für Demos war er sich nicht zu schade: Als die britische Regierung beschloss, Truppen in den Irak zu schicken, sah man ihn marschieren. Max liebte das Leben, nahm Anteil, mischte sich ein. Und das machte ihn auch als Komponist einzigartig.

Ich kann mich noch genau an die Uraufführung seiner ersten Oper ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Sally Groves

Weitere Beiträge
Stabile Seitenlage

Karen Stone steht das Glück ins Gesicht geschrieben. Es hat funktioniert, das neue Stück, das Christoph Hein und Sidney Corbett für «ihr» Theater geschrieben haben. Über einen uralten Stoff, die ­Geschichte von Abraham, Sara und Hagar aus der Genesis, dem ersten Buch Mose. Die Uraufführung (am 18. März) im kleinen Schauspielhaus an der Otto-von-Guericke-Straße –...

Neue Stimmen

Zu den beglückendsten Erfahrungen in die Jahre gekommener Musikliebhaber gehört die Begegnung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Kinder oder Enkel sein könnten. Die Norwegerin Mari Eriksmoen hat sich mit ihren Mozart-Auftritten im Theater an der Wien und beim Festival in Aix-en-Provence bereits einen Namen gemacht; in René Jacobs’ Einspielung der...

Happy End in Moll

Als Händel im Winter 1741 nach Dublin reiste, hatte er neben dem soeben vollendeten «Messias» auch die Partitur seiner vorletzten, 1740 durchgefallenen Oper «Imeneo» im Gepäck. Dass das auf einem älteren Libretto von Silvio Stampiglia beruhende Stück angesichts des gewandelten Geschmacks des Londoner Theaterpublikums nur zweimal aufgeführt wurde, verwundert bei der...