Dunkel, brennend, forschend
Das Erste, was mir an ihm auffiel, war sein Blick: dunkel, brennend, forschend. Dann die Art, wie er sprach, sanft, aber mit Nachdruck. Als ich Peter Maxwell Davies Ende der 1960er-Jahre kennenlernte, ahnte ich: Das ist einer, der jedes Wort meint, das er sagt. Einer, der furchtlos ist. Tatsächlich kannte Max keine falsche Scheu. Nicht im Umgang mit den Kritikern, nicht im Umgang mit der Queen (vielleicht machte sie ihn deshalb zum Companion of Honour?). Und auch nicht im Umgang mit dem Tod.
Dass er am Ende der Welt hauste – im nördlichsten Schottland, auf den wettergepeitschten Orkney-Inseln –, heißt nicht, dass er elitär, gar wirklichkeitsfremd gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn Max an etwas glaubte, handelte er. Egal, ob er ein Festival für das kleine Völkchen auf den Orkneys auf die Beine stellen oder als Master of the Queen’s Music die Massen erreichen wollte. Selbst für Demos war er sich nicht zu schade: Als die britische Regierung beschloss, Truppen in den Irak zu schicken, sah man ihn marschieren. Max liebte das Leben, nahm Anteil, mischte sich ein. Und das machte ihn auch als Komponist einzigartig.
Ich kann mich noch genau an die Uraufführung seiner ersten Oper ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Sally Groves
Lyon, 22. März 2016: Vor der Vorstellung von «Benjamin, dernière nuit» tritt jemand vor den Vorhang und bittet um mitfühlendes Schweigen für die Opfer der Brüsseler Anschläge am Morgen des gleichen Tages. In der Stille denken wir daran, wie sehr diese Karwoche Leid und Tod ohnehin in den Mittelpunkt rückt. Und dass Gottes Name schon immer zur Rechtfertigung von...
Ein Debüt kurz vor dem 80. Geburtstag, dann auch noch im erweiterten Kernrepertoire – doch, das gibt es, sogar bei Zubin Mehta. Giuseppe Verdis «Un ballo in maschera» hat er bislang nie im Rahmen einer szenischen Produktion dirigiert, bis jetzt, bis zur heftig bejubelten Heimkehr an sein früheres Haus. Und vielleicht muss man sich dabei auch nicht mehr, nach vielen...
JUBILARE
Ingeborg Hallstein kam 1936 in München zur Welt und erhielt ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, der Sopranistin und Gesangspädagogin Elisabeth Hallstein. Nach weiterem Gesangs- und Schauspielunterricht debütierte sie 1958 in Passau als Musette in Puccinis «La Bohème». Es folgten Engagements am Theater Basel und am Münchner Gärtnerplatztheater, bevor...
