Klein gemacht
Es gab Zeiten, in denen sich Prag rühmen konnte, eines der internationalen Zentren für die Pflege der Musik Richard Wagners zu sein. Längst ist das nicht mehr der Fall, die letzte bemerkenswerte Produktion, ein «Tristan» am Nationaltheater, liegt etliche Jahre zurück. Und an der Staatsoper, dem zwischen Hauptbahnhof und Wenzelsplatz gelegenen ehemaligen Neuen Deutschen Theater, kann man heute zwar viel italienischen Belcanto, gelegentlich auch originelle Ausgrabungen unbekannter Werke, doch nur höchst selten eines der großen Musiktheaterwerke Wagners oder gar des 20.
Jahrhunderts erleben. Hauptgrund ist vermutlich die missliche finanzielle Lage des Hauses. Sie führte schon zu Spekulationen über eine Fusionierung mit den beiden anderen Opernhäusern.
Vor 120 Jahren war das heutige Gebäude der Staatsoper eröffnet worden, zum Jubiläum hat man sich nun mit dem «Fliegenden Holländer» etwas Besonderes leisten können. Die Einbindung in das Festival «Prager Frühling» dürfte es ermöglicht haben, dass man wenigstens für die ersten Vorstellungen einzelne internationale Gäste hinzuziehen konnte, ohne die ein solches Stück an diesem Hause undenkbar wäre. Mit der tunesischen Sopranistin Maida ...
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