Klein gemacht

Prag, Wagner: Der fliegende Holländer

Opernwelt - Logo

Es gab Zeiten, in denen sich Prag rühmen konnte, eines der internationalen Zentren für die Pflege der Musik Richard Wagners zu sein. Längst ist das nicht mehr der Fall, die letzte bemerkenswerte Produktion, ein «Tris­tan» am Nationaltheater, liegt etliche Jahre zurück. Und an der Staatsoper, dem zwischen Hauptbahnhof und Wenzelsplatz gelegenen ehemaligen Neuen Deutschen Theater, kann man heute zwar viel italienischen Belcanto, gelegentlich auch originelle Ausgrabungen unbekannter Werke, doch nur höchst selten eines der großen Musiktheaterwerke Wagners oder gar des 20.

Jahrhunderts erleben. Hauptgrund ist vermutlich die missliche finanzielle Lage des Hauses. Sie führte schon zu Spekulationen über eine Fusionierung mit den beiden anderen Opernhäusern.
Vor 120 Jahren war das heutige Gebäude der Staatsoper eröffnet worden, zum Jubiläum hat man sich nun mit dem «Fliegenden Holländer» etwas Besonderes leis­ten können. Die Einbindung in das Festival «Prager Frühling» dürfte es ermöglicht haben, dass man we­nigs­tens für die ersten Vorstellungen einzelne internationale Gäste hinzuziehen konnte, ohne die ein solches Stück an diesem Hause undenkbar wäre. Mit der tunesischen Sopranistin Maida ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Jörn Peter Hiekel

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verblüffend authentisch

Luigi Cherubinis «Médée» gerät seit ihrer Pariser Uraufführung 1797 regelmäßig in Vergessenheit, um periodisch immer wieder neu entdeckt zu werden. Ihre jüngste Renaissance mit Inszenierungen in Wien (siehe OW 5/2008) und Brüssel (siehe OW 6/2008) verdankt sie Heiko Cullmanns 2007 erschienener, preisgekrönter Neuedition im Simrock-Verlag. Der Klagenfurter...

Thema verfehlt

Diese Inszenierung ist ein Paradoxon: Sie aktualisiert, und zwar nachdrücklich – doch nicht, um die Handlung uns Zeitgenossen näher zu bringen und dadurch fass­licher zu machen. Ganz im Gegenteil: Es ist die erklärte Absicht des Regisseurs Dmitri Tcherniakov, die Titelfigur fremd, ihr Handeln unbegreiflich erscheinen zu lassen. Bei Schostakowitsch ist diese...

Amouröses Geplänkel

In Deutschland nur durch seinen «Hamlet» und vor allem durch seine Wilhelm-Meister-Oper «Mignon» bekannt, war der 1823 geborene Ambroise Thomas um die Mitte des 19. Jahrhunderts einer der erfolgreichsten Hauskomponisten der Pariser Opéra comique. Die leichtgewichtigen musikalischen Gesellschaftskomödien, die Thomas, ähnlich wie seine Kollegen Adam und Halévy, quasi...