Klein gemacht

Prag, Wagner: Der fliegende Holländer

Opernwelt - Logo

Es gab Zeiten, in denen sich Prag rühmen konnte, eines der internationalen Zentren für die Pflege der Musik Richard Wagners zu sein. Längst ist das nicht mehr der Fall, die letzte bemerkenswerte Produktion, ein «Tris­tan» am Nationaltheater, liegt etliche Jahre zurück. Und an der Staatsoper, dem zwischen Hauptbahnhof und Wenzelsplatz gelegenen ehemaligen Neuen Deutschen Theater, kann man heute zwar viel italienischen Belcanto, gelegentlich auch originelle Ausgrabungen unbekannter Werke, doch nur höchst selten eines der großen Musiktheaterwerke Wagners oder gar des 20.

Jahrhunderts erleben. Hauptgrund ist vermutlich die missliche finanzielle Lage des Hauses. Sie führte schon zu Spekulationen über eine Fusionierung mit den beiden anderen Opernhäusern.
Vor 120 Jahren war das heutige Gebäude der Staatsoper eröffnet worden, zum Jubiläum hat man sich nun mit dem «Fliegenden Holländer» etwas Besonderes leis­ten können. Die Einbindung in das Festival «Prager Frühling» dürfte es ermöglicht haben, dass man we­nigs­tens für die ersten Vorstellungen einzelne internationale Gäste hinzuziehen konnte, ohne die ein solches Stück an diesem Hause undenkbar wäre. Mit der tunesischen Sopranistin Maida ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Jörn Peter Hiekel

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unglück der Erinnerung

Der Held ist absent. Hat sich aus dem Staub gemacht, kurz bevor es ernst zu werden drohte. Nichts wird es nun mit der anberaumten Hochzeit zwischen ihm, Parsifals Sohn, und der edlen Jungfrau Elsa. Leer ge­räumt steht die Hochzeitsvilla, leer geräumt ist Elsas Seele. Und wie leer geräumt sind auch die Klänge, die durch die hohen Räume vagieren, ausgehöhlt,...

Symphonie der Körper

Kein Bühnenwerk Hans Werner Henzes ist geeigneter, die katalysatorische Rolle seines Schaffens im zeitgenössischen Kunstbetrieb fühlbar zu machen, als die 1966 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Opera seria «Die Bassariden». Noch 42 Jahre später zeigt die Münchner Neuinszenierung, wie es um das Stück und seine Wirkung bestellt ist – besonders dank einer...

Lyrischer Zauber, dramatische Prägnanz

Die Erstveröffentlichung des Bayreuther «Ring» von 1955 unter Joseph Keilberth haben wir an dieser Stelle als kleine Sensation ausführlich gewürdigt (siehe OW 4/2007). Nun legt das britische Label Testament mit einem weiteren historischen «Ring» nach, der bisher nur als klanglich fragwürdige Piratenaufnahme existierte. Es handelt sich um den Londoner Zyklus von...