Zwischenruf April 2020

Mozart-Kugeln? Schokolade von gestern! Was wir zu den Jubiläen 2020 brauchen, sind Beethoven-, Hegel- und Hölderlin-Kugeln sowie eine Friedrich-Engels-Oper

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Es wurde wirklich höchste Zeit. Zeit für eine Kugel-Revolution. Und um sie anzuzetteln, bedurfte es nur eines einzigen mutigen Mannes. Manfred Honeck heißt er, ist im Hauptberuf (Opern-)Dirigent (und als solcher durchaus mit Talenten gesegnet) sowie seit Kurzem in erlaubter Nebentätigkeit Kulinarik-Experte.

Wie das? Ganz einfach: Honeck hat das Ende der Mozart-Kugel-Gedenkkultur-Dynastie ausgerufen, deren hervorstechendste Waffen ja ohnehin kaum mehr als grünes Pistazien-Marzipan, Nougat und eine gewisse Kuvertüre (eingedeutscht aus dem französischen couverture für Schokoladenüberzugsmasse) sind – na ja, und scheußlich schmeckt das Zeugs auch noch, aber das ist eine andere Geschichte. In einem Zeitungsinterview plädierte der kundige Musikus für die Einführung einer Beethoven-Kugel, allerdings nicht wissend, dass es eine solche, mal mit, mal ohne Alkohol, bereits gibt, und zwar in gleich drei Geschmacksrichtungen; schließlich sind sie am Rhein in Sachen Merchandising auch nicht auf den Mund gefallen.

Beethoven-Kugeln also. Einmal abgesehen davon, dass uns zu diesem Wort eines der schlechtesten Stücke des Bonner Titanen in den Sinn kommt («Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Jürgen Otten

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