Kiefern, Kräuter, Kalevala
Jemandem Holzhosen um die Hüften zu hexen, gehört in Finnland zu den ältesten Tricks. Er wird durch Singen bewirkt. «Dann sing ich ihm Steinschuhe an die Füße, Holzhosen um die Hüften», prahlt der Jungspund Jouhakainen im dritten Lied des Nationalepos «Kalevala», als er sich mit dem Oberzauberer Väinämöinen messen will. Singen, sagen und zaubern sind – auch sprachlich – eins in den alten Liedern.
Man traut also den Sängern viel zu in Finnland. Heut erst recht.
Bei den wichtigsten Operninstitutionen liegt die Intendanz nicht in den Händen von Kulturmanagern oder Regisseuren, sondern von Sängern. Die Mezzosopranistin Lilli Paasikivi leitet die Nationaloper in Helsinki, Finnlands einziges festes Opernhaus; die Sopranistin Anu Komsi organisiert seit 2006 das Opernfestival in Kokkola an der Nordwestküste des Landes; und der Tenor Jorma Silvasti hat nun seine erste Spielzeit als Intendant beim Opernfestival in Savonlinna absolviert. Er stammt aus dieser Region im seenreichen Südosten, die unmittelbar an Karelien grenzt. Und er hängt an ihr, trotz seiner großen Erfolge als Wagner- und Janácek-Tenor in Berlin, Frankfurt, Wien und Bayreuth. Man kann es verstehen. Die Landschaft ist im ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jan Brachmann
Sie reden wieder miteinander. «Alexander Pereira im Gespräch mit Franz-Welser Möst», hieß es in der Einladung zum Pressegespräch vor der «Rosenkavalier»-Premiere. Ein aus der Not geborenes Arrangement, ein Zweckbündnis. Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte man sein letztes Hemd verwettet, dass der Herr Generalmusikdirektor von der Wiener Staatsoper nicht...
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Konfrontiert mit wachsenden Defiziten der New Yorker Metropolitan Opera, nahm sich Intendant Peter Gelb vor, die Personalkosten drastisch zu senken – und forderte von den Mitarbeitern einen Lohnverzicht in Höhe von 16 Prozent (siehe OW 6/2014). Die Musiker hingegen werfen Gelb vor, das Geld für teure, aber schlecht laufende...
