Keine Ausreden
Reri Grist, geboren am 29. Februar 1932 in New York, absolvierte von 1959 bis zu ihrem offiziellen Bühnenabschied 1991 eine beispiellose Karriere an allen großen Opernbühnen der Welt. In der Uraufführung der «West Side Story» sang sie auf Wunsch des Komponisten Leonard Bernstein das berühmte «Somewhere». Ihre großen Mozart- und Strauss-Rollen (Zerbinetta, Susanna, Despina, Blondchen) konnte sie in Gesamtaufnahmen unter Karl Böhm dokumentieren.
Was sie über ihre frühen Förderer, über Karajan und über ihre Karriere als «erste schwarze Soubrette der Welt» heute denkt, hat sie Kai Luehrs-Kaiser erzählt, der die Sängerin kurz vor ihrem 80. Geburtstag in Hamburg besuchte.
Frau Grist, typisch amerikanisch klingt Ihr Name eigentlich nicht!?
Nein (lacht). Meinen Vornamen hat meine Mutter in dem Stummfilm «Tabu» von Fried-
rich Wilhelm Murnau entdeckt. Der Film spielt auf der Südsee-Insel Bora-Bora, und die Hauptfigur, ein hübsches Mädchen, heißt Reri. Meine Mutter war eine einfache, sehr intelligente, poetische Frau. Auch meine zwei Brüder sind nach Filmen benannt. Ich mag «Reri». Und Grist kommt aus England. Es bedeutet so viel wie Schrot. Meine Familie ist sehr gemischt: chinesisch, ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Interview, Seite 42
von Kai Luehrs-Kaiser
Sie hatten sich gesucht und gefunden: der erfolgreiche Komponist und umtriebige Opern-Manager Gian Carlo Menotti und der nicht weniger umtriebige Weltklasse-Tenor Plácido Domingo, der später auch ein erfolgreicher Manager werden sollte. Sie waren verbunden durch das gemeinsame künstlerische Credo: Oper ist zum Singen da. Bei einem Abendessen während des Edinburgh...
Minnie reitet wieder. Auf einer Leinwand prescht sie durch die Prärie, während im Orchestergraben wilde Fortissimo-Arpeggien tosen, zwischen Dur und Moll changierende Akkorde, gefolgt von fallenden Ganztonketten. Die kurze Introduktion zu Puccinis «La fanciulla del West» als Vorspann wie zu einem Stummfilm-Western mit Live-Musik. Dann schwingt sich die Titelheldin...
Ein kurioser Zufall bescherte dem Opernland Nordrhein-Westfalen und seinen Belcanto-Liebhabern gleich zwei Premieren von Vincenzo Bellinis «Norma», nämlich in Dortmund und in Krefeld, keine 75 Kilometer voneinander entfernt. Der direkte Vergleich drängt sich geradezu auf. Seit Maria Callas in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts dieses Meisterwerk...
