Keine Angst vor großen Gesten
Frau Schmidt-Futterer, Ihre Zunft kommt auf dem Besetzungszettel meist an vorletzter Stelle. Einige Regisseure sehen das Kostüm als notwendiges Übel, viele scheinen sich regelrecht davor zu fürchten. Oder täuscht der Eindruck?
Nein, diese Angst beobachtet man tatsächlich oft. Entwickelt hat sie sich, als einzelne Kostümbildner den Kittel und die Schlabber-Trainingshose einführten. Erst war das originell, doch der Trend verselbstständigte sich rasch.
Inzwischen ist es an vielen Opernhäusern ganz und gar üblich, dass man irgendwas von der Stange besorgt, statt selbst zu entwerfen. Mehr ist im Budget oft auch gar nicht drin.
Was ist der Grund für diesen Trend zum Minimalismus?
Das hat sicher mit einer Scheu vor großen Gesten, vor Pathos zu tun. Womit ich nicht sagen will, dass eigene Entwürfe zwangsläufig pathetisch wären, bestimmt nicht! Aber auch mir wirft man gelegentlich vor, dass ich zu «kostümdramaturgisch» denke. Ich mache eben Kleider, die sich einmischen. Zugleich ist mir bewusst, dass es nichts Gefährlicheres gibt als eine zu auffällige Garderobe. Eine, die sich wichtig macht, die sich in den Vordergrund drängt. Die Angst vor «lauten» Kostümen teile ich.
Woran merkt man, dass ...
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Opernwelt März 2016
Rubrik: Interview, Seite 32
von Kai Luehrs-Kaiser
Eigentlich ist diese DVD nicht rezensierbar. Denn der für die Bildregie verantwortliche Tiziano Manchini und sein Team haben die Aufführung des Dresdner «Freischütz» nicht in den Griff bekommen. Genauer: Sie sind an ihrem Dunkel gescheitert. Von der Wolfsschlucht sieht man so gut wie gar nichts, auch die anderen Szenen versacken. Zudem war die Kameraaufstellung...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
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Best.-Nr. 752287
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.02.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Oscar Wilde wusste genau, was er wollte: «... und dann an Stelle des Orchesters große Pfannen mit Parfüm: Die wohlduftenden Wolken steigen auf und verhüllen von Zeit zu Zeit die Bühne.» So stellte er sich seine «Salome» vor. Als Rausch, der alle Sinne anspricht, eine Feier spätantiker Dekadenz, ausgestattet in überbordendem byzantinischen Luxus. Ein Ambiente, das...
