Im Forschungslabor

Philippe Cassard veropert einige von Mozarts Klavierwerken

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Ich hab’ eine Oper g’schrieben, da ist alles logisch d’rin», lässt Georg Kreisler den imaginären Komponisten seines «Opernboogies» mit dem schönen Titel «Der Ritter trifft die Ritterin unter einer Linde» behaupten. Die Frage, ob Kreislers an den Paradoxa der Oper rüttelnder Humor auch Mozart und Beethoven amüsiert hätte, erübrigt sich allein historisch.

Auf jeden Fall hat der «Titan» diesem Genre nur ausnahmsweise vertraut, wiewohl er über den «Fidelio» hinaus durchaus noch weitere Pläne im Kopf hatte, etwa einen «Macbeth», der dann gleichsam als Camouflage auf der virtuellen Bühne seines Klaviertrios op. 70,1 auftrat. Mozart hingegen hielt kein fauchendes Operntier im formalen Käfig einer Sonate gefangen, sondern ließ seine – nach Meinung des französischen Pianisten und Dirigenten Philippe Cassard stets «opernhaften» – Erfindungen im umfassenden Arbeitsprozess schwelgend strömen und einander befruchten, sich mal als Arie, mal als Kantate, mal als Konzert, Klaviersonate, Streichquartett, als Trio outen.

Mozart habe, so Cassard im Booklet seines Albums «Mozart à l’opéra», sein «Nicht-Opernwerk» peu à peu in ein «unerschöpfliches Forschungslabor» für jenes Genre verwandelt, in dem ...

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Opernwelt 12 2022
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Gerhard Persché

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