Jugendlicher Debussy, verführerischer Strauss
«In jedem Gedicht findet er den für ihn entscheidenden Dreh- und Angelpunkt, entwickelt einen zutiefst originellen Gedanken, und schon ist der (manchmal durchaus banale) poetische Gehalt pointiert, überhöht und in die Stratosphäre katapultiert.
» Treffende Worte des Liedbegleiters Eric Schneider im CD-Begleitheft, der Christiane Oelze in diesem Querschnitt durch das reiche Liedschaffen von Strauss mit prachtvoll farbenreichem Klavierspiel unterstützt, wobei er sogar das Kunststück schafft, in den «Vier letzten Liedern», die die Auswahl beschließen, das Fehlen der Orchesterpalette beinahe vergessen zu machen. Die beiden Interpreten harmonieren aufs Schönste, somit stellt sich beim Anhören dieser CD schnell jenes ominöse Strauss-Feeling ein, das einen auch bei seinen Bühnenwerken überkommt – man kann sich dem Sog seiner Musik nicht entziehen. Christiane Oelze hat die richtige Stimme dazu: groß im Ausdruck, strahlend und nie hart in der Höhe, souverän in der Gestaltung sowohl der weit ausschwingenden Melodiebögen als auch der einschmeichelnden Kleinfigurationen. Manche Lieder hätten vielleicht noch etwas mehr von jenen intimen Farbabstufungen ertragen, wie sie der lyrischen Gattung des ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 33
von Max Nyffeler
Die Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein. Verdi, der Komponist des Risorgimento. Verdi, ein Mann des Volkes. Verdi, der Nationalheld, der mit «Va, pensiero, sull’ali dorate», dem berühmten Gefangenenchor aus «Nabucco», die Unabhängigkeitshymne Italiens schrieb. «Viva V.E.R.D.I.» – selbst der Schlachtruf, mit dem italienische Patrioten Vittorio Emanuele Re...
Auf der Bühne des Berliner Radialsystems V ist, abgesehen von den Musikern, keiner unter sechzig: In «Dem Weggehen zugewandt», einem Projekt von Union Universal und dem Solisten-ensemble Kaleidoskop, geht es um Alter, körperliches Versagen, Demenz, Tod. Sechs Darsteller, die mit den Streichinstrumenten feste Beziehungen eingehen, rezitieren teils klischeehafte,...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
