Kurz und bündig

Viva Verdi: Einführungen von Anselm Gerhard, Sabine Henze-Döhring und Silke Leopold

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Die Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein. Verdi, der Komponist des Risorgimento. Verdi, ein Mann des Volkes. Verdi, der Nationalheld, der mit «Va, pensiero, sull’ali dorate», dem berühmten Gefangenenchor aus «Nabucco», die Unabhängigkeitshymne Italiens schrieb. «Viva V.E.R.D.I.» – selbst der Schlachtruf, mit dem italienische Patrioten Vittorio Emanuele Re d’Italia, das erste Oberhaupt der befreiten Nation, feierten, fand Eingang ins legendäre Bild: Künstler und König, vereint im selbstlosen Kampf für Volk und Vaterland.



Wunschvorstellungen, Projektionen einer für bare Münze genommenen Mythografie sind das für Anselm Gerhard. Seit Jahren nimmt der Berner Musikhistoriker die scheinbar unverwüstlichen Klischees der Verdi-Rezeption auseinander. Und hat zahllose Ungereimtheiten aufgedeckt, die das liebgewonnene Image vom guten Menschen aus Sant’Agata in Frage stellen. Ein Image, das Verdi nach Kräften förderte. Über die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens zum Beispiel geben fast nur Selbstzeugnisse des arrivierten Komponisten Auskunft, «die man wohlwollend als effektsichere, mit theatralischem Gespür verfasste Selbstinszenierungen bezeichnen könnte, weniger wohlwollend aber als ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Albrecht Thiemann

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