Jetzt erst recht
Immer wieder haben in den letzten Jahren die Theater in den neuen Bundesländern für Schlagzeilen gesorgt. Besonders in Thüringen und in Sachsen grassiert die Angst vor dem Theatertod – Fusionen, Spartenschließungen, Einsparungsdebatten und Subventionskürzungen sind Stichworte, die auch in den Spalten dieser Zeitschrift mit großer Regelmäßigkeit auftauchen.
Dass die der Finanznot der Städte und Länder geschuldeten Strukturveränderungen nicht nur mittelfristig, sondern auch langfristig zu weiteren schmerzhaften Kürzungen führen könnten, darauf hat jüngst der Erfurter Intendant Guy Montavon aus Anlass seiner Vertragsverlängerung bis zum Jahr 2017 hingewiesen: sich nämlich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn 2019 der Solidarpakt II und mit ihm die Förderung der neuen Bundesländer aus Steuermitteln ausläuft.
Dabei steht der gebürtige Genfer Montavon, der seit 2002 die Oper Erfurt leitet, noch günstig da. Mit seinem Haus im 2003 eröffneten Neubau, einer der modernsten Spielstätten in Europa, wäre er gern in der Bundesliga der Theater vertreten. Gediegenheit und Fortune attestiert ihm selbst die lokale Presse. Er hat beachtliche Erfolge vorzuweisen – nicht zuletzt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In Oldenburg hat man schon immer ein besonderes Gespür für die musikalische Moderne bewiesen. Legendär ist die Aufführung des Berg’schen «Wozzeck» in der Spielzeit 1928/29, die dem vielfach angefeindeten Werk den Weg in die sogenannte Provinz eröffnete. Schon einige Jahre vorher hatte das Oldenburger Landestheater, wie es damals hieß, eine gute Nase für...
Dieser Carlo singt wahrhaft königlich. Sicher und strömend in allen Lagen, mit reizvoll verschattetem Tenor: Nikolay Dorozhkin nimmt als Dauphin, als noch ungekrönter König von Frankreich, das Publikum vom ersten Takt an für sich ein – zumindest vokal. Seine Darstellung ist weniger aufregend. Historisch war Karl VII. ein Zauderer, der tatenlos zugesehen hat, wie...
Die eine hat sie gerade zum letzten Mal auf der Bühne gesungen, die andere zum ersten Mal: Während für Edita Gruberova «La traviata» nun Geschichte ist, scheint Marlis Petersen eine neue Paraderolle für sich zu entdecken. Peter Konwitschnys Produktion ist ganz auf die liebestodkranke Hauptfigur zugeschnitten. An anderer Stelle in diesem Heft kommt der Regisseur...
