Komisch mit Contenance

Loriot und die Musik – eine unendliche Liebesgeschichte auf fünf DVDs

Opernwelt - Logo

Auf seinen Humor können sich alle einigen. Auf seine Pointen ist Verlass. Damals, als er die reizenden Wesen mit den Knollennasen in die Welt setzte, wie heute, da er sich,
87-jährig, längst zurückgezogen hat und als Legende seiner selbst vermarktet wird. Ein vornehmer Spaßmacher und sanfter Spötter. Ein weltweiser Beobachter des absurden Alltags, immer freundlich, immer kultiviert. Kaum zu glauben, dass dieser Meister gepflegter Heiterkeit aus dem vermeintlich bierernsten Preußen, aus Brandenburg an der Havel, stammt.

Sein Witz tritt niemandem auf die Füße, selbst wenn er die Schwächen, Macken und Unzulänglichkeiten eben jenes deutschen Michels aufspießt, der ihn als Inbegriff des Komischen verehrt. Denn seine Kunst – ob als Karikaturist, TV-Entertainer, Schauspieler oder Moderator –, besteht darin, dem biederen Durchschnittsbürger den Spiegel vorzuhalten, ohne ihn vorzuführen.

Im Rentner Erwin Lindemann, der dem Fernsehen erzählt, was er mit seinem Lottogewinn anstellen will, und sich dabei vor Aufregung heillos verhaspelt («... und im Herbst eröffnet dann der Papst mit meiner Tochter eine Herren-Boutique in Wuppertal...») erkannte sich die schweigende Mehrheit. Über die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/DVD, Seite 26
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Erkenntnis und Versuchung

Auch größte Mozart-Liebhaber – sind wir das nicht irgendwo alle? – haben an dieser Geschichte gezweifelt. Dass zwei Freunde ihre beiden Verlobten verlassen, um ihre Treue zu prüfen, weil sie darauf eine Wette eingegangen sind, mag man ja noch glauben. Dass sie verkleidet zurückkehren und den beiden Schwestern den Hof machen – und zwar der jeweils anderen – mit...

Man trifft sich in Paris

Am Anfang der Operngeschichte stand die Idee eines Schauspiels, in dem die Worte nicht gesprochen, sondern gesungen werden.1 Die Formeln, mit denen die ersten Opernkomponisten das aus dem Sprechen abgeleitete Singen charakterisierten, heben die Vermittlung zwischen beiden Formen menschlicher Mitteilung hervor: Jacopo Peri etwa teilt mit, dass er in seiner...

Provisorien, viel Streit und Hoffnungsschimmer

Dreieinhalb Jahre lang war das Haus aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen, bevor es am 24. Mai 2010 endlich mit einem bündigen Programm-Mix aus Konzert, Ballett und Oper wiedereröffnet wurde: das Teatro Colón, kulturelles Wahrzeichen der Stadt Buenos Aires. Begleitet wurde das Medienereignis von einem Festakt zur 200-Jahrfeier der Mai-Revolution, die 1816...