Jeden Tag eine neue Wendung

Öffentliche und private Hilfsprogramme für die darstellenden Künste sollen die Gefahr eines irreversiblen Kahlschlags verhindern. Aber was kommt eigentlich bei denen an, die an der Ausübung ihres Berufs und ihrer Berufung gehindert werden? Eine Tour d’Horizon durch unübersichtliches Terrain

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Von «Berufsverboten» für Künstler spricht Monika Grütters am 29. April im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Es ist ein Wort, das noch vor sehr kurzer Zeit mitten in Westeuropa nach Literatur oder entfernteren Geschichtsepochen geklungen hätte, ein Wort wie «Notstand» oder «Ausgangssperre». Jetzt nimmt es ein Mitglied des Bundeskabinetts in den Mund, und es fühlt sich ein bisschen nach Erlösung an. Die Kulturstaatsministerin, kommt bei mir an, hat den Ernst der Lage erkannt, endlich. Die Zweifel, ob sie das tut, waren in den Wochen zuvor gewachsen.

Als die ersten Theater und Konzertsäle geschlossen wurden, hatte Grütters den Mund gleich ziemlich voll genommen mit dem Versprechen, die Künstler nicht allein zu lassen auf dem harten Weg, der bevorstehe. Vielleicht brauchte auch sie ein paar Wochen, um zu realisieren, wie hart er sein würde. Ein paar Wochen, in denen sie schwieg, und dann, als die Klagen doch zu laut wurden, unaufhörlich wiederholte, was sie alles bereits getan habe, dafür, dass auch Künstler auf das Nothilfepaket des Staates zurückgreifen könnten und dass es nun viel einfacher sei, Arbeitslosengeld zu bekommen. Nun sagt sie anderes: dass der Bund Gagenausfälle an von ihm ...

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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus Spezial Help!, Seite 29
von Michael Stallknecht

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