In der Wasserhölle

München/Bayerische Staatsoper, Berg: Wozzeck

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Während der ganzen Aufführung steht die Bühne zentimetertief unter Wasser, dem Element von Leben und Tod. Kent Nagano hat seine Frackhose fast bis zum Knie hochgekrempelt, um den Applaus mit den Darstellern entgegenzunehmen. Er scheint sich über den Beifall fürs Regieteam, für die Sänger, allen voran Michael Volle als stimmgewaltiger Wozzeck, zu freuen. Das Bayerische Staatsorchester lieferte unter seinem Chef eine hoch konzentrierte, werkgerecht durchgearbeitete und betörend klangschöne Umsetzung von Alban Bergs komplexer Partitur.


Andreas Kriegenburg und sein Bühnenbildner Harald B. Thor ließen sich für die furios stilisierte Aufführung zwei Bilder einfallen, die je nach Schauplatz – innen oder außen – scharf voneinander gesetzt und doch miteinander verzahnt sind. Ein in beigen Erdfarben gehaltener Kubus, frei im Bühnenraum hängend, schwankt sanft hin und her, und von Anfang an hockt darin Wozzecks und Maries Kind (Aurelius Braun), im fast pubertierenden Alter. Fährt der Kasten in die Bühnentiefe zurück, macht er einer riesigen Wasserfläche Platz. Hier lungern und stapfen dekorativ ein paar Lemurenmänner in schwarzen Anzügen (Hartz-IV-Opfer?), denen man Essensreste hinwirft, um ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Wolfgang Schreiber

Vergriffen
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