Im Wimmelbild

An der Berliner Staatsoper zeigt Lydia Steier «Les Contes d’Hoffmann» als gaghaftes Ausstattungsstück. Der Ertrag rechtfertigt den Aufwand nicht

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Im vergangenen Frühjahr starb in Berlin schon Don Giovanni gleich zu Beginn (das war Kirill Serebrennikovs Idee an der Komischen Oper). An der Staatsoper Unter den Linden muss nun Hoffmann bereits in der Einleitung das Zeitliche segnen. Aus einem Nachtclub, dessen Leuchtreklame für einen Auftritt seiner Traumfrau Stella wirbt, wankt er heran. Kaum sackt er wie vom Schlag getroffen in sich zusammen, machen sich schon Herumtreiber über ihn her. Sie wühlen in den Taschen, greifen sich, was Wert verspricht. Ein Polizist kommt vorbei, später die Sanitäter, die er herbeigerufen hat.

Im Hintergrund leuchtet die Brooklyn-Bridge. Wir befinden uns im New York der 1980er-Jahre, warum auch immer.

Müssen die Hauptfiguren tot sein, weil wir mit den lebenden nichts mehr anfangen können? Wie Serebrennikov Mozarts «Don Giovanni», so inszeniert Lydia Steier nun Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» als eine Art Totengericht. In Rückblenden erscheinen Szenen des Lebens, am Ende heißt es dann hop oder top, wobei Hoffmann hier zunächst recht bereitwillig in die Luke steigen will, aus deren Tiefe es so schön qualmt, anschließend aber doch den Aufzug nimmt, der ihn in schleichendem Tempo in die Höhe ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Clemens Haustein

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