Im Idealfall süchtig
Die Cottbuser können sich beim Betriebsrat des Hallenser Opernhauses bedanken. Der hat ihnen nämlich Martin Schüler in die Arme getrieben. «In der DDR gab es ja die Absolventen-Einsatzkommission», erzählt der 1958 geborene und an der Berliner Eisler-Hochschule ausgebildete Regisseur. «Nach dem Studienabschluss musste man eine Prüfung ablegen und wurde dann einem Theater zugeteilt.» Schüler wird nach Halle geschickt. «Für einen Anfänger war so ein automatischer Berufseinstieg natürlich zunächst einmal eine gute Sache.
» Dann aber kommt die Wende, die politischen Restriktionen fallen weg. Dafür verlangt plötzlich die Arbeitnehmervertretung des Theaters, dass ihr jedes Inszenierungskonzept zur Freigabe vorzulegen sei.
Entrüstet kündigt Schüler, blickt, inmitten des Wiedervereinigungstaumels, zwei Wochen lang in eine ungewisse Zukunft – und bekommt dann einen Anruf vom zuständigen Herren der Absolventen-Einsatzkommission. Was er denn nun plane, will der Mann am anderen Ende der Leitung wissen. Als Schüler antwortet, er wolle als Nächstes «Operndirektor lernen», erzählt er ihm von der frei werdenden Stelle in Cottbus.
Schüler bekommt den Job. Und weil es gut klappt mit ihm und dem Haus, ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Fredrik Hanssen
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