Im Heute verloren
Tschaikowskys «Eugen Onegin» verlangt eine genaue Kenntnis der sozialen, psychologischen, gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland. Verloren in den Weiten eines unendlichen Landes, Rückständigkeit bei der anderswo rasch sich entwickelnden Industrialisierung, Sehnsucht nach einer fernen Welt voller Licht und Fortschritt, sprich: Paris – das alles bedrängte und bedrückte die Menschen im Zarenreich, trieb sie in Melancholie und Verzweiflung.
In der abgeschotteten Einsamkeit flüchtete man sich in romantische Gefühle, in Romanliteratur und aufwühlende Musik. Solche Dispositionen wirken in den Figuren mit, die Puschkin in seinem «Eugen Onegin» porträtierte. Und sie spielen auch in Tschaikowskys Opernfassung dieses Romans die geheime Hauptrolle. Mit anderen Worten: Das Personal der Oper muss aus seinem Umfeld erklärt und psychologisch begründet werden. Eine nicht einfache Aufgabe, die zuletzt Peter Stein in seiner Lyoner Inszenierung plausibel gelöst hat.
Regula Gerber hat in ihrer Mannheimer Regie, die sehr gut gearbeitet und atmosphärisch dicht gelungen ist, die seelischen Befindlichkeiten der dramatis personae ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Gerhard Rohde
«Es gibt Schriftsteller, die schon in zwanzig Seiten ausdrücken können, wozu ich manchmal sogar zwei Zeilen brauche», ätzte Karl Kraus. Jeder Schreibende mag sich bei dieser Attacke zunächst an die eigene Nase fassen. Doch nirgendwo passt sie treffender als auf die Autobiografien prominenter Mitbürger, wo Geschwätzigkeit oft als klug-charmante Plauderei verkauft...
Mister Turnage, Sie haben vor rund zehn Jahren einen kurzen Beitrag für «Opera» geschrieben...
Wirklich? Daran kann ich mich gar nicht erinnern...
Die «Erzähl»-Oper, hieß es da, sei ein Auslaufmodell, eine Sackgasse. Viele dachten damals, «The Silver Tassie» nach Sean O’Casey sei die letzte Turnage-Oper. Jetzt haben Sie es doch wieder gemacht...
Das ist schon...
ARTE
1./7.4. – 6.00 Uhr
Il Giardino Armonico.
Jubiläumskonzert in Würzburg zum 25-jährigen Bestehen des Orchesters.
1.4. – 7.30 Uhr (Teil 24)
2.4. – 8.25 Uhr (Teil 24)
Little Amadeus.
Zeichentrickserie über die Abenteuer des jungen Mozart. 24. Sternschnuppen.
3.4. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit Kenneth Gilbert.
Der Cembalist Olivier Baumont und sein Lehrer Kenneth Gilbert...
