Im Heute verloren
Tschaikowskys «Eugen Onegin» verlangt eine genaue Kenntnis der sozialen, psychologischen, gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland. Verloren in den Weiten eines unendlichen Landes, Rückständigkeit bei der anderswo rasch sich entwickelnden Industrialisierung, Sehnsucht nach einer fernen Welt voller Licht und Fortschritt, sprich: Paris – das alles bedrängte und bedrückte die Menschen im Zarenreich, trieb sie in Melancholie und Verzweiflung.
In der abgeschotteten Einsamkeit flüchtete man sich in romantische Gefühle, in Romanliteratur und aufwühlende Musik. Solche Dispositionen wirken in den Figuren mit, die Puschkin in seinem «Eugen Onegin» porträtierte. Und sie spielen auch in Tschaikowskys Opernfassung dieses Romans die geheime Hauptrolle. Mit anderen Worten: Das Personal der Oper muss aus seinem Umfeld erklärt und psychologisch begründet werden. Eine nicht einfache Aufgabe, die zuletzt Peter Stein in seiner Lyoner Inszenierung plausibel gelöst hat.
Regula Gerber hat in ihrer Mannheimer Regie, die sehr gut gearbeitet und atmosphärisch dicht gelungen ist, die seelischen Befindlichkeiten der dramatis personae ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Gerhard Rohde
«Man kann sich selbst nicht sehen…, Geschichten gibt es nur von außen…, daher unsere Gier nach Geschichten!» – Sätze aus Max Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein», die der Regisseur Lorenzo Fioroni ins Programmheft seiner Osnabrücker Inszenierung von Jacques Offenbachs fantastischer Oper «Les Contes d’Hoffmann» setzen ließ (Premiere am 15. Januar 2011). Was dort...
Kein Regisseur ist schlecht beraten, den «Ring des Nibelungen» vom Ende her zu denken. Wagners gewaltige Tetralogie endet ja nicht einfach mit einer der opernüblichen, kleinen zwischenmenschlichen Katastrophen; sie stellt ganz unbescheiden die Frage nach der Zukunft einer Gesellschaft vor dem Hintergrund von deren absolutem Niedergang.
David McVicar gelangt an der...
ARTE
1./7.4. – 6.00 Uhr
Il Giardino Armonico.
Jubiläumskonzert in Würzburg zum 25-jährigen Bestehen des Orchesters.
1.4. – 7.30 Uhr (Teil 24)
2.4. – 8.25 Uhr (Teil 24)
Little Amadeus.
Zeichentrickserie über die Abenteuer des jungen Mozart. 24. Sternschnuppen.
3.4. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit Kenneth Gilbert.
Der Cembalist Olivier Baumont und sein Lehrer Kenneth Gilbert...
