Gier nach bewegten Bildern...

... oder die Angst vor der Leere: Gedanken zu Lorenzo Fioronis Osnabrücker Inszenierung von Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann»

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«Man kann sich selbst nicht sehen…, Geschichten gibt es nur von außen…, daher unsere Gier nach Geschichten!» – Sätze aus Max Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein», die der Regisseur Lorenzo Fioroni ins Programmheft seiner Osnabrücker Inszenierung von Jacques Offenbachs fantastischer Oper «Les Contes d’Hoffmann» setzen ließ (Premiere am 15. Januar 2011).

Was dort auf der kleinen Bühne eines Theaters in der (angeblichen) Provinz zu sehen und zu hören war  – leider einmal mehr in der korrupten Oeser-Fassung, die noch immer als «quellenkritische Ausgabe» verkauft wird –, war schlichtweg sensationell. Fioroni besitzt Mut zur epischen Breite, Mut zu erzählen, wie der unter Wahnvorstellungen leidende Schriftsteller Hoffmann sich (und uns) Geschichten vormacht, ehe der Alkoholiker am Ende (hier bleibt das Konzept unscharf) in die Psychiatrie eingeliefert wird oder gar stirbt. Dass Fioroni das Ganze in die Gegenwart verlegt, schärft nur Offenbachs distanzierenden, ja geradezu ernüchternden Blick auf das fantastische Geschehen der drei Binnenakte, den die Rezeption lange nicht wahrhaben wollte.

Auf der pausenlos sich drehenden Bühne – Paul Zollers Bild gibt freien Einblick in eine graue ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Uwe Schweikert

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