Annika Schlicht (Marthe) und Rachel Harnisch (Marie); Foto: Bernd Uhlich
Im Fluss
Das bedrückende Gattungsmuster «tragédie» meidet er bewusst: Eine «Trilogie lyrique» nennt Aribert Reimann seine neue Oper nach drei Einaktern Maurice Maeterlincks. Es gilt, dreifach beklemmend, den Tod zu besingen und zu beschwören – um ihn melodramatisch zu feiern. «L’Invisible» ist die neunte Oper des inzwischen 81-Jährigen, der immer agil wirkt, die fünfte Uraufführung des gebürtigen Berliners an der Deutschen Oper – ein Reimann-Heimsieg sozusagen.
Für Intendant Dietmar Schwarz und Generalmusikdirektor Donald Runnicles am Pult bedeutet das «ein Glück und eine Ehre», ist das Stück doch im Auftrag des Hauses an der Bismarckstraße realisiert worden. Was hier umso wichtiger scheint, als durch die pompöse Wiedereröffnung der Staatsoper in Berlin-Mitte wenige Tage zuvor (siehe Seite 4) die Deutsche Oper, zumindest in den Augen mancher, schon in den Charlottenburger Schatten entglitten war.
Im Gespräch mit Dramaturg Jörg Königsdorf erklärt Reimann sein Textkonzept für das selbstgebaute Libretto: «Ich habe es immer gern, wenn der Text karg ist, weil ich dann mit meiner Musik besser hineinkomme. Lange Sätze sind immer sehr gefährlich für Musik. Im Deutschen übrigens noch mehr als im ...
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Welcher Dirigent kann schon von sich sagen, dass er in einem Jahr gleich zwei neue Häuser eröffnet hat? Sie haben Anfang März zum ersten Mal im neuen Pierre Boulez Saal dirigiert, Anfang Oktober in der frisch restaurierten Lindenoper. Es gab Verrisse und Lob. Sind Sie zufrieden mit Ihren Kritikern, Herr Barenboim?
Dass ich lieber ein modernes Haus haben wollte, ein...
Während die Musik gleich zu Beginn ins Taumeln gerät, entbirgt die Bühne ein Karussell, das überdies quasi ein Kind bekommt, ein Modell in verkleinertem Maßstab an der Rampe vorne links. Das Programmbuch hatte uns dazu unter anderem Rilkes «Jardin du Luxembourg» suggeriert. Wir könnten freilich auch Wiener Praterkolorit beschwören, H. C. Artmann etwa: «I bin a...
Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Türkei. Zum Beispiel, dass das Grimm’sche Märchen von den Bremer Stadtmusikanten dort ebenfalls sehr populär ist – als «Bremen Mızıkacıları». Zumindest behauptet das die Komische Oper Berlin auf ihrer Webseite. Jetzt hat sie mit Attila Kadri Sendil einen türkischen Komponisten beauftragt, die diesjährige Kinderoper zu...
