Last exit Weser: die vier Stadtmusikanten. Foto: Joachim Fieguth
Tierisch gut
Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Türkei. Zum Beispiel, dass das Grimm’sche Märchen von den Bremer Stadtmusikanten dort ebenfalls sehr populär ist – als «Bremen Mızıkacıları». Zumindest behauptet das die Komische Oper Berlin auf ihrer Webseite. Jetzt hat sie mit Attila Kadri Sendil einen türkischen Komponisten beauftragt, die diesjährige Kinderoper zu schreiben. Dazu muss man wissen: Kleine Besucher werden an der Behrenstraße traditionell nicht ins «Zauberflöte für Kinder»-Rahmenprogramm abgeschoben.
Stattdessen wird jede Saison ein Stück für sie neu komponiert und auf der großen Bühne aufgeführt.
Nun also »Die Bremer Stadtmusikanten». Sendil, der Klarinettist ist und an der Universität von Antalya Komposition unterrichtet, hat eine zackige, mitsingbare Partitur geschrieben, mit Jazz-Einsprengseln, fröhlich gepfiffenen Liedern («Wir ziehen los nach Bremen») und, ja, streckenweise auch opernhaften Passagen, in denen das stark bläserdominierte Orchester unter Leitung von Ivo Hentschel, dem neuen Kapellmeister, voll aufdrehen kann und die Sänger Arien schmettern dürfen. Manche davon auch auf Türkisch.
Die vier tierischen Hauptdarsteller sind die Stars des Nachmittags. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
Es ist nun 40 Jahre her, dass die verdienstvolle Schriftenreihe «Musik-Konzepte» provokant fragte: «Ist die Zauberflöte ein Machwerk?» Es gab darauf viele Antworten, die mit «Ja, aber» begannen. Der Popularität dieser Volksoper konnte all das nichts anhaben: Seit eh und je führt sie mit weitem Abstand die Bühnenstatistiken an.
Exakt 226 Jahre nach der Uraufführung...
Die Dramaturgie der Macht, die sich Markus Hinterhäuser für den Neustart der Salzburger Festspiele ausgedacht hat, lebt von einem Doppelsinn. Was als Strategie des Programms vielleicht doch etwas unverbindlich daherkommt, fesselt im Detail der ausgewählten Stücke umso mehr. Denn selbstverständlich folgt die Macht ihrer eigenen Dramaturgie. Für das, was Macht mit...
