Last exit Weser: die vier Stadtmusikanten. Foto: Joachim Fieguth
Tierisch gut
Es gibt auch noch gute Nachrichten aus der Türkei. Zum Beispiel, dass das Grimm’sche Märchen von den Bremer Stadtmusikanten dort ebenfalls sehr populär ist – als «Bremen Mızıkacıları». Zumindest behauptet das die Komische Oper Berlin auf ihrer Webseite. Jetzt hat sie mit Attila Kadri Sendil einen türkischen Komponisten beauftragt, die diesjährige Kinderoper zu schreiben. Dazu muss man wissen: Kleine Besucher werden an der Behrenstraße traditionell nicht ins «Zauberflöte für Kinder»-Rahmenprogramm abgeschoben.
Stattdessen wird jede Saison ein Stück für sie neu komponiert und auf der großen Bühne aufgeführt.
Nun also »Die Bremer Stadtmusikanten». Sendil, der Klarinettist ist und an der Universität von Antalya Komposition unterrichtet, hat eine zackige, mitsingbare Partitur geschrieben, mit Jazz-Einsprengseln, fröhlich gepfiffenen Liedern («Wir ziehen los nach Bremen») und, ja, streckenweise auch opernhaften Passagen, in denen das stark bläserdominierte Orchester unter Leitung von Ivo Hentschel, dem neuen Kapellmeister, voll aufdrehen kann und die Sänger Arien schmettern dürfen. Manche davon auch auf Türkisch.
Die vier tierischen Hauptdarsteller sind die Stars des Nachmittags. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auf den Zinnen des osmanischen Kastells stehen Polizisten mit Maschinengewehren. Vom Meer weht ein frischer Wind in den Hafen von Pafos, dorthin, wo jeden Sommer das Aphrodite Festival in einem 2200 Plätze umfassenden Open Air-Theater stattfindet, direkt vor der Burg. In diesem Jahr beanspruchen die drei Aufführungen der «Entführung aus dem Serail» besondere...
Die Dramaturgie der Macht, die sich Markus Hinterhäuser für den Neustart der Salzburger Festspiele ausgedacht hat, lebt von einem Doppelsinn. Was als Strategie des Programms vielleicht doch etwas unverbindlich daherkommt, fesselt im Detail der ausgewählten Stücke umso mehr. Denn selbstverständlich folgt die Macht ihrer eigenen Dramaturgie. Für das, was Macht mit...
Wenn uns die (Musik-)Geschichte eines lehrt, dann dieses: Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Auch all jene Musenkinder, die der Wiedereröffnung der Berliner Lindenoper sehnsuchtsvoll entgegengefiebert hatten, sahen sich, nolens volens, mit dieser Einsicht konfrontiert. Denn in die berechtigte Freude über die Tatsache, dass sieben Jahre im Charlottenburger...
