Im Dickicht der Klangfülle
Die Inszenierung von Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra» am Stadttheater Bern stellt bereits die siebte Neuproduktion dieses mittlerweile zwölf Jahre alten Werks dar. Weitere sind geplant. Was macht das Stück derart populär? Ist es Fellinis bildmächtiger Film aus dem Jahr 1978 oder die oft illustrative Zugänglichkeit von Battistellis Musik? Für den neuen Berner Intendanten Marc Adam war die Präsentation seines neuen Ensembles eines mehrerer Argumente zugunsten Battistellis.
Zudem will Adam die Wahl einer zeitgenössischen Oper zu Beginn seiner Intendanz als programmatisch verstanden wissen.
«Prova d’orchestra» erzählt am Beispiel einer Orchesterprobe die Geschichte eines Kollektivs, das gegen seinen Führer, den Dirigenten, rebelliert. Dieses Kollektiv ist wie jede Gesellschaft ein Konglomerat aus individuellen Wünschen und Begierden, aus kleinen und großen Lastern, aus Ausbruchswünschen, Selbstüberschätzungen und Beschädigungen aller Art. Der Aufstand gegen den Dirigenten, geschürt von der Gewerkschaft, endet im Chaos, die Illusion von Freiheit in erneuter Suche nach Ordnung und Rückhalt durch die Führung.
Die Berner Inszenierung spielt in einem dürftigen Proberaum aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Königliche Theater in Kopenhagen hat viele Chancen verpasst, Inga Nielsen mit ihren Glanzpartien vorzustellen. Der Prophet hat es schwer im eigenen Land. Das Dänische Radio (DR/Danish Broadcasting Corporation) war klüger und hat den Weg der bedeutendsten dänischen Sängerin ihrer Generation durch Live-Mitschnitte und Studioaufnahmen zumindest ein Stück lang...
Die Vorbereitung beginnt im Booklet. Bevor man Jacobs’ «Don Giovanni»-Einspielung hört, sollte man sein fiktives Gespräch mit sich selbst lesen. Dort rechnet er mit den romantischen Mythisierungen ab, denen diese Oper seit E. T. A. Hoffmann ausgesetzt war, er setzt sich mit Tempofragen auseinander und hilft, die Figuren zu charakterisieren. Außerdem erklärt er,...
Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? – so lautet die Frage, die das internationale Symposion zum fünfzigsten Todestag von Erich Wolfgang Korngold in Bern gestellt hat. Unter der Leitung von Arne Stollberg präsentierten vom 13. bis 16. September über zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Räumen der Berner Hochschule der Künste eine...
