Im Dickicht der Klangfülle
Die Inszenierung von Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra» am Stadttheater Bern stellt bereits die siebte Neuproduktion dieses mittlerweile zwölf Jahre alten Werks dar. Weitere sind geplant. Was macht das Stück derart populär? Ist es Fellinis bildmächtiger Film aus dem Jahr 1978 oder die oft illustrative Zugänglichkeit von Battistellis Musik? Für den neuen Berner Intendanten Marc Adam war die Präsentation seines neuen Ensembles eines mehrerer Argumente zugunsten Battistellis.
Zudem will Adam die Wahl einer zeitgenössischen Oper zu Beginn seiner Intendanz als programmatisch verstanden wissen.
«Prova d’orchestra» erzählt am Beispiel einer Orchesterprobe die Geschichte eines Kollektivs, das gegen seinen Führer, den Dirigenten, rebelliert. Dieses Kollektiv ist wie jede Gesellschaft ein Konglomerat aus individuellen Wünschen und Begierden, aus kleinen und großen Lastern, aus Ausbruchswünschen, Selbstüberschätzungen und Beschädigungen aller Art. Der Aufstand gegen den Dirigenten, geschürt von der Gewerkschaft, endet im Chaos, die Illusion von Freiheit in erneuter Suche nach Ordnung und Rückhalt durch die Führung.
Die Berner Inszenierung spielt in einem dürftigen Proberaum aus ...
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