Im Aufwind

Die English National Opera zeigt wieder Ehrgeiz – jüngst mit «Boris Godunow» und einer Rarität von Ralph Vaughan Williams

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Seit John Berry die künstlerische Leitung der English National Opera übernahm, scheint sich das Haus zu konsolidieren – nach vielen personellen Wechseln in der Verwaltung und einer langen Phase der Verunsicherung. Die finanzielle Situation ist so stabil wie lange nicht mehr und das Programm der Spielzeit 2008/09 zweifellos interessant (zwei Premieren stehen noch aus). Zuletzt präsentierte das Haus einen Klassiker von Mussorgsky sowie – aus Anlass seines fünfzigsten Todestages – eine Rarität von Ralph Vaughan Williams.


«Boris Godunow» kehrte in einer neuen Inszenierung von Tim Albery an das Coliseum zurück. Das Werk ist bekanntlich in mehreren Fassungen überliefert. Man stützte sich im Wesentlichen auf die Originalversion von 1869, die damals von den kaiserlichen Bühnen in St. Petersburg abgelehnt wurde. In ihrer konzentrierten Härte stellt sie wohl die kraftvollste aller Varianten dar. Und doch entfaltete das Stück nicht ganz seine potenzielle Wirkung: Was Alberys düsterer Regie und dem von Tobias Hoheisel gebauten großen Holzkasten fehlte, war die visuelle Dringlichkeit des Epischen. Brigitte Reiffenstuel hatte Kostüme entworfen, die einen Bogen von der Zeit des Boris bis zum Ende ...

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Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 69
von George Hall

Vergriffen
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