Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeh
Eine Kneipe in Hannovers Südstadt. Tommi und Micha trinken Bier und reden. «Warum soll ich meine Autobiografie schreiben?», fragt Tommi. Micha, der große Bruder, weiß es: «Super Story, alles drin: schwere Kindheit, Kampf gegen die Krake Bürokratie, Drama, Liebe, Wahnsinn. Am Ende Triumph in Amerika.» Tommi ist skeptisch. Micha lässt nicht locker. «Dann schreib du das Buch», sagt Tommi. Micha bestellt lieber noch ein Bier. Nebenbei zitieren die Jungs Goethe, Frisch, Schiller, sie sind total gebildet. Und wir sind schon mittendrin im ersten Kapitel: «Südstadt».
Es kann nur besser werden.
Thomas Quasthoffs Biografie «Die Stimme» will sich von den üblichen Sängerlebensgeschichten unterscheiden und tut das auch. Michael Quasthoff, der Bruder, bemüht sich um eine lässige, flapsige Schreibe. Umgangssprachlich, lautmalerisch. Da macht es brrroigh (der Presslufthammer vor Tommis New Yorker Hotel) und zapp (der Fernseher). Man knackt Bierflaschen (für die nicht ganz so Coolen: leert), man vernichtet Wein (dito). Tränensäcke lecken, und Tante Liselotte hört man klagemauern (soll heißen: weinen). Wenn Tommi sich einsingt, dann macht seine Stimme Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeh (das ist die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die vielleicht wichtigste Aufführung der aktuellen Saison am Teatro Real in Madrid ist die Neuproduktion von «Il barbiere di Siviglia», die als Joint Venture mit dem Teatro São Carlos in Lissabon entstand. Nicht nur, weil das Stück zu den beliebtesten Opern des Repertoires gehört und in Spanien spielt. Sondern vor allem, weil für diesen «Barbiere» eine spektakuläre...
Als der chinesische Schauspieler, Sänger, Tänzer und Regisseur Chen Shi-Zheng vor sechs Jahren am New Yorker Lincoln Center die vier Jahrhunderte alte Oper «Der Päonien-Pavillon» auf die Bühne brachte, ein ursprünglich fünfundfünfzig (!) Akte umfassendes Werk des chinesischen Monteverdi-Zeitgenossen Tang Xianzu (1550-1616), kam dies in der westlichen Musikwelt...
Von Mozarts «großen» Opern ist «Idomeneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende...
