«Ich war immer skeptisch»
Herr Sawallisch, Ihr Bühnenabschied liegt sieben Jahre zurück. Wie geht es Ihnen?
Ich freue mich, dass ich zu Hause in aller Ruhe meinen Lebensabend verbringen kann. Manchmal sind Besuche von der Bayerischen Staatsoper eine herzerfrischende Unterbrechung. Ich hatte in München die Möglichkeit, mit Strauss und Wagner und Mozart der Oper eine Richtung zu geben, von der das Haus, glaube ich, heute noch zehren kann. Kent Nagano, der mich hier in Grassau des Öfteren besucht hat, sagte, er bräuchte bei Wagner eigentlich nicht viel zu machen.
Er müsse nur den Taktstock heben, und die Sache läuft.
Verfolgen Sie die Arbeit der Bayerischen Staatsoper noch?
Ich habe seit meinem Bühnenabschied keine Vorstellung mehr besucht. Den neuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko kenne ich nur dem Namen nach. Das ist der Nachteil meines Wohnorts hier im Chiemgau. Ich kann nicht mehr ohne Weiteres zurück.
Einige Ihrer Schallplatten sind Meilensteine, wie es sie wohl nie wieder so gut geben wird...
Sie meinen Capriccio?! Das ist die einzige meiner Aufnahmen, die ich mir freiwillig anhöre.
Ich meine auch Intermezzo mit Lucia Popp und Die Frau ohne Schatten mit Cheryl Studer.
Bei Schallplatten-Aufnahmen, so ist ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Interview, Seite 30
von Kai Luehrs-Kaiser
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Claude Viviers Musik ist vertraut und fremd, beruhigend und verstörend. In seiner 1978/79 komponierten, etwa 70-minütigen Oper Kopernikus treffen schwebende, tonale Klangflächen auf glissandierende Solostimmen, kantable Phrasen auf kindliches Gebrabbel, impulsive Attacken auf meditative Nachklänge. Viviers musikalische Erfahrungen auf einer langen Ostasienreise...
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