«Ich war immer skeptisch»
Herr Sawallisch, Ihr Bühnenabschied liegt sieben Jahre zurück. Wie geht es Ihnen?
Ich freue mich, dass ich zu Hause in aller Ruhe meinen Lebensabend verbringen kann. Manchmal sind Besuche von der Bayerischen Staatsoper eine herzerfrischende Unterbrechung. Ich hatte in München die Möglichkeit, mit Strauss und Wagner und Mozart der Oper eine Richtung zu geben, von der das Haus, glaube ich, heute noch zehren kann. Kent Nagano, der mich hier in Grassau des Öfteren besucht hat, sagte, er bräuchte bei Wagner eigentlich nicht viel zu machen.
Er müsse nur den Taktstock heben, und die Sache läuft.
Verfolgen Sie die Arbeit der Bayerischen Staatsoper noch?
Ich habe seit meinem Bühnenabschied keine Vorstellung mehr besucht. Den neuen Generalmusikdirektor Kirill Petrenko kenne ich nur dem Namen nach. Das ist der Nachteil meines Wohnorts hier im Chiemgau. Ich kann nicht mehr ohne Weiteres zurück.
Einige Ihrer Schallplatten sind Meilensteine, wie es sie wohl nie wieder so gut geben wird...
Sie meinen Capriccio?! Das ist die einzige meiner Aufnahmen, die ich mir freiwillig anhöre.
Ich meine auch Intermezzo mit Lucia Popp und Die Frau ohne Schatten mit Cheryl Studer.
Bei Schallplatten-Aufnahmen, so ist ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Interview, Seite 30
von Kai Luehrs-Kaiser
Sie können es nicht lassen. Von der Bühne sind sie schon lange abgetreten, aber selbst auf dem noblen Altenteil in einem englischen Landhaus giften die Primadonnen munter weiter. Doch sonst hat Regie-Debütant Dustin Hoffman (75) seine Filmkomödie über ein Domizil für pensionierte Musiker und Opernsänger (Beecham House) in nostalgisch-mildes Sommerabendlicht...
Auf ihrem neuem Arienalbum mit dem Allerweltstitel Romantique verbindet Elina Garanca einige Hauptstücke des französischen Mezzosopran-Repertoires wie Saint-Saëns’ Dalila-Arie «Mon cœur s’ouvre à ta voix» und Donizettis «Ô mon Fernand» aus La Favorite mit seltener zu hörenden Preziosen wie dem Schlussgesang der Sapho aus Gounods gleichnamiger Oper, der großen...
«Ganzkörperpoeten» nennen sich die Akteure der Berliner Tanz-Performance-Musik-Theater-Truppe Nico and the Navigators. Seit 1998 verfolgen Regisseurin Nicola Hümpel, Bühnenbildner Oliver Proske und das in wechselnder Besetzung auftretende Ensemble die Mission, Figuren und Themen der Hochkultur aufs Menschlich-Allzumenschliche herunterzubrechen. Händel und Rossini...
