Ein Hauch von Verlust
Verärgert klang es, wütend. Buh! Und es waren keineswegs nur ein paar versprengte Berufsprotestierer, die gegen die zweite Musiktheaterpremiere unter dem neuen Zürcher Opernintendanten Andreas Homoki aufmuckten. Ihre Wut war sehr vernehmlich. Es war freilich auch etwas für sie Neues zu sehen und zu hören gewesen, etwas Seltsames, Irritierendes – etwas, das in den 21 Pereira-Jahren nicht im Angebot war: ein Stück, das es gar nicht gibt – und gewissermaßen das erste Wagnis der neuen Ära.
Der Urheber heißt Christoph Marthaler, und vielleicht stellte die harsche Reaktion ja auch einen Nachklapp auf dessen Zürcher Schauspielintendanz zwischen 2000 und 2004 dar, von der die eine Partei sagt, sie habe das Haus vorangebracht, und die andere, sie habe es an die Wand gefahren.
Dem Kenner ist es nicht neu: Es gibt Oper, Operette, es gibt Schauspiel, Ballett und Tanztheater. Und es gibt eine ganz besondere Spezies: den Marthaler-Abend, und das können auch Opern sein, die nie geschrieben wurden. Wie diese jetzt: Sale – also: Schluss- oder Räumungsverkauf, Motto «Alles muss raus». Eigentlich hatte der Intendant sich eine richtige Händel-Oper von Marthaler gewünscht. Der hat's indes mit den ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Heinz W. Koch
Johoo – und ’ne Buddel Rum» – das wilde Piratenlied durchzieht quasi als Leitmotiv die Kinderoper Die Schatzinsel nach dem Abenteuer-Klassiker von Robert Louis Stevenson. Das Opernhaus Zürich unter seinem neuen Intendanten Andreas Homoki hat sie Frank Schwemmer (Homoki hat ihn sozusagen aus Berlin mitgebracht) und dem Librettisten Michael Frowin in Auftrag gegeben...
So sieht sie aus, die neue Opernwelt – inhaltlich genauso gewichtig wie eh und je, grafisch aber klarer und kontrastreicher. Auch die Ausstattung ist ansprechender geworden. Für den Relaunch haben wir mit einem international renommierten Art Director zusammengearbeitet. Das erste Heft in der neuen Gestaltung eröffnet vielfältige Perspektiven auf das Jahr 2013....
Wäre nicht die Sprache, der Leos Janácek so sorgfältig den Tonfall nachkomponiert hat, könnte sich ein österreichischer Musikliebhaber in der zweitgrößten Stadt Tschechiens wie zu Hause fühlen: mit der Janácek-Oper (1965) und dem historisierenden Mahén Divadlo, 1882 als Deutsches Theater vom epidemischen Büro Helmer & Fellner entworfen.
«Genius Loci», mäßig...
