Aktionismus statt Aktion

Wiesbaden / Staatstheater Donizetti: Lucia di Lammermoor

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Kaum zu glauben: 1978 wurde Donizettis Lucia di Lammermoor zuletzt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden inszeniert. Seither überließen, von Gastspielen bei den Maifestspielen abgesehen, Generationen von Intendanten das Stück den umliegenden Theatern im Rhein-Main-Gebiet. Jetzt hat Manfred Beilharz das Stück auf den Spielplan gesetzt. Konstanze Lauterbach ist an seinem Haus als Fachkraft für Kindfrauen (Mädchen in Uniform, Lulu, Lolita) rege in Schauspiel und Oper beschäftigt.

Doch der Zugang zu Lucia gelingt ihr nur ­äußerlich: Lauterbachs gewohnt aktionsfreudige Personenführung vertraut im gehetzten Hin und Her kaum der Musik, setzt den Verzierungen des Gesangs ermüdend illustrierende Bewegungen hinzu. Aktion gerinnt zu Aktionismus – und der steht dem Gesang des Chores und der Solisten im Wege.

Inspiriert von der Brunnen-Arie und Quellen der Schauspielvorlage stellt die Regie eine «Tote aus dem Brunnen» auf die Bühne, die Andreas Jander als eine Art riesiges Meeresaquarium gestaltet hat. In gemalten und projizierten Fluten, beleuchtet von Videobildern tropischer Fische, lebt Lucia in ihrer Traumwelt. Und hat einen Freund gefunden, den sie immer bei sich hat – deswegen muss die ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Claus Ambrosius

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