Ich wandte mich und sah an alles Unrecht
Propheten haben es im eigenen Land immer schwer, aber irgendwann wird ihre Stimme auch dort gehört. Zu den großen Gestalten der zeitgenössischen Musik, die ihrer Heimat treu geblieben sind, ihren Ruhm aber überregionaler Aufmerksamkeit verdanken, gehört der Komponist Bernd Alois Zimmermann. 1918 geboren in dem Voreifeldorf Bliesheim (heute ein Ortsteil von Erftstadt), studierte, lehrte, litt und lebte er bis zuletzt im nahen Köln und dessen Umland. Wenn am 20. März Zimmermanns 100.
Geburtstag begangen wird, feiern ihn die Bliesheimer als ihren großen Ortsheiligen – wenngleich den meisten Bewohnern kaum bewusst ist, worin seine Verdienste für die Musikwelt bestehen.
Ein Bliesheimer Bürger, die Narrenkappe auf dem Kopf, erfasst Größe und Tragik dieses Musikerlebens erstaunlich treffsicher. «Er ist leider Gottes auch in Köln zunächst verkannt worden», sagt der Narr. «Man hat ihm seinen Erfolg mit den ‹Soldaten› von 1964 nicht gegönnt, er war so ziemlich isoliert an der Musikhochschule und hat, aus welchen Gründen auch immer, 1970 Selbstmord begangen.» Jener Karnevalist, der in der 1998 entstandenen Dokumentation «Das Bliesheimer Kreuz» der Filmemacherin Saskia Walker über die frühen ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Josef Oehrlein
Die Kombination so reizvoll wie plausibel. Sowohl in Luigi Dallapiccolas «Il Prigioniero» von 1948 als auch in Wolfgang Rihms Einakter «Das Gehege» – der noch 2006, bei der Münchner Uraufführung, mit Strauss’ «Salome» verkoppelt wurde (siehe OW 12/2006), spielt das Gefangensein, eine Folter namens Hoffnung, die zentrale Rolle. Hier der Mann: Seit einer halben...
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