Bösewichte klingen anders

Kwangchul Youn musste die Grenzen von Klassen, Kulturen und Kontinenten überwinden, um Mozart und Wagner singen zu können. Ein Gespräch über Konfuzianismus und koreanische Musiktradition, die Sangbarkeit der deutschen Sprache und den ganz alltäglichen Rassismus auf der Opernbühne

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Herr Youn, Sie wurden kürzlich in Dresden wieder einmal für Ihren Fürst Gremin bejubelt. Größere Rollen des russischen Repertoires, etwa König René in Tschaikowskys «Jolanthe», sind Ihnen fremd?      
«Jolanthe» wird wie so viele russische Opern nur selten angeboten. Und Godunow oder Pimen sind mit russischen Kollegen leicht zu besetzen. Ein kleiner Koreaner wird dafür nicht gebraucht.

Woran liegt es, dass Russen noch immer diesen Sonderstatus genießen wie zu Zeiten von Schaljapin?                                        
Die slawischen Sprachen liegen sehr tief, der Klang wird weit hinten im Rachenraum fokussiert, ist daher auch sehr dunkel. Russland bringt sozusagen naturgewollt sehr viele große Bässe hervor.

Bis hin zu den schwarzen Bässen, die noch eine Oktave tiefer liegen. Auch Finnen und Bulgaren zeichnen sich dadurch aus, man denke an Boris Christoff.         
Ich habe viele seiner Aufnahmen gehört, und das war auch einer der Gründe, warum ich nach Bulgarien ging. Christoff, Nikolaj Gjaurow, Nikola Gjusselew, diese Tradition hat mich immer besonders angezogen. Aber es ist doch eine ganz andere Art zu singen.

Gab es keine sprachlichen Probleme, als Sie von Korea nach Bulgarien ...

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Opernwelt März 2018
Rubrik: Interview, Seite 30
von Volker Tarnow

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