Ich hab dir immer einen Rosengarten versprochen
Im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert waren Opernaufführungen in Rom verboten. Die amtierenden Päpste sahen im weltlichen Musiktheater Symptome menschlicher Verdorbenheit, die es zu bekämpfen galt. Die römischen Liebhaber und Förderer der Musik wussten sich aber zu helfen und gaben statt Opern Oratorien in Auftrag, die sie nicht in Theatern, sondern in privaten Palästen aufführen ließen. Der sinnliche Zauber der Oper konnte sich in anderer Form entfalten, und er tat es auf hinreißende Weise.
Cecilia Bartoli bietet auf ihrem 2005 erschienenen Album «Opera proibita» einen vielseitigen Querschnitt durch das Repertoire dieser opernnahen Oratorien. Neben Antonio Caldara und dem jungen Georg Friedrich Händel ist vor allem Alessandro Scarlatti mit mehreren Stücken prominent vertreten. Von ihm sind unter anderem zwei Arien aus dem Oratorium «Il giardino di rose» (Der Rosengarten) zu hören, deren erlesene Qualität neugierig auf das komplette Werk macht.
Nachdem das Oratorium inzwischen in modernen Noteneditionen erschienen ist, bietet die erste Gesamtaufnahme des Werks mit dem inspiriert und engagiert aufspielenden Ensemble La Ritirata und einem exzellenten Solistenensemble unter der ...
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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Medien, Seite 36
von Thomas Seedorf
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