«Ich bin wehmütig»

Der Begriff «Ära» ist hier durchaus angebracht: 13 Jahre lang war Andreas Homoki regieführender Intendant am Opernhaus Zürich. Nun geht er, mit der Gewissheit, gute Arbeit gemacht zu haben. Ein Gespräch über Schweizer Tugenden, den Wert von alten Freundschaften und die Gabe, Geld und Kunst zu verbinden

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Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere Sensibilität im Umgang miteinander.

Besteht diese erhöhte Sensibilität auch im Umgang mit der Kunst?
Die Schweizer nehmen sich selbst – gerade im Vergleich zu Deutschland – als kleines Land wahr. Es waltet hier eine angenehme Bescheidenheit, und Zürich ist im Vergleich zur Viermillionenmetropole Berlin eben auch eine kleine Stadt. Zugleich gibt es gerade in Zürich eine unglaubliche Dichte an wirtschaftlicher Power, eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur sowie ein weiträumiges Kunstangebot, mit Opernhaus, Tonhalle-Orchester, Schauspielhaus und vielem anderen. Der Standort lässt sich das einiges kosten, hat aber auch entsprechend hohe Erwartungen.

Hat Geld dort einen höheren Stellenwert als in Deutschland?
Ich würde sagen, man ist hier sensibler im Ausgeben von Steuergeldern. Staatliche Förderung ist durchaus nicht immer ...

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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 8
von Jürgen Otten

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