«Ich bin wehmütig»
Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere Sensibilität im Umgang miteinander.
Besteht diese erhöhte Sensibilität auch im Umgang mit der Kunst?
Die Schweizer nehmen sich selbst – gerade im Vergleich zu Deutschland – als kleines Land wahr. Es waltet hier eine angenehme Bescheidenheit, und Zürich ist im Vergleich zur Viermillionenmetropole Berlin eben auch eine kleine Stadt. Zugleich gibt es gerade in Zürich eine unglaubliche Dichte an wirtschaftlicher Power, eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur sowie ein weiträumiges Kunstangebot, mit Opernhaus, Tonhalle-Orchester, Schauspielhaus und vielem anderen. Der Standort lässt sich das einiges kosten, hat aber auch entsprechend hohe Erwartungen.
Hat Geld dort einen höheren Stellenwert als in Deutschland?
Ich würde sagen, man ist hier sensibler im Ausgeben von Steuergeldern. Staatliche Förderung ist durchaus nicht immer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Opernhaus des Jahres, Seite 8
von Jürgen Otten
Starke Spielzeiteröffnung an der Deutschen Oper Berlin: Der Regisseur Christof Loy bringt Ottorino Respighis «La fiamma» auf die Bühne. 1936 war das Stück letztmals in der Stadt gespielt worden, danach nie wieder. Warum? Carlo Rizzi am Pult des Orchesters der Deutschen Oper präsentierte eine Musik, die voll dramatischer Kraft ist und die über einen hinreißenden...
Solche Abende gibt es. Selten. Aber es gibt sie. Man sitzt an einem heißen Frühsommertag in einem Opernhaus oder, wie im vorliegenden Fall, in einem ehemaligen Straßenbahn-Betriebshof, blickt gespannt auf die Bühne – und wird dann buchstäblich übermannt. Eine Stimme erklingt, und im gleichen Moment hat man sowohl die aberwitzigen Temperaturen als auch alle Sorgen...
Der Riese steht in der Tür. Und er lächelt. So kennt man ihn, aus vielen verschiedenen Kontexten und gemeinsamen Erlebnissen. Paul Zoller ist ein stets freundlicher, zuvorkommender Mensch, doch nicht deswegen oder wegen seiner stattlichen Länge (er misst geschätzt einen Meter fünfundneunzig) darf man zu ihm aufblicken. Es sind seine Bühnenbilder, die uns den...
