«Ich bin ein Kämpfertyp»
Herr Pierwoß, Bremen und seine Theaterpolitik – ist das für Sie Anlass zu einem Rückblick im Zorn?
Ganz zweifellos. Vor einiger Zeit, als wir an dem Buch über meine Bremer Jahre arbeiteten, das jetzt herausgekommen ist, bin ich noch einmal detailliert meine dreizehn Spielzeiten durchgegangen. Und da sind bei mir doch viele Aggressionen wieder hochgekommen. Aggressionen darüber, wie von senatorischer Seite mit diesem Theater umgegangen worden ist. Wie mit meiner Person umgegangen worden ist.
Wie man immer wieder versucht hat, dieses Theater martialisch mit Kürzungen zu belegen und in seinen künstlerischen Möglichkeiten zu beschneiden. Von daher war die Bremer Zeit für mich ein Horrortrip. Zweimal, in meiner zweiten und in meiner zwölften Spielzeit, habe ich Veranstaltungen gegen den «Theatertod» initiieren müssen – und das sagt doch wohl einiges aus über die Theaterpolitik dieser Stadt. Meine Partner waren die Kultursenatoren, von denen habe ich in meinen dreizehn Spielzeiten acht verschiedene erleben müssen. Die letzten vier haben das Theater zusammengenommen insgesamt sechsmal besucht. Das ist natürlich eine niederschmetternde Erfahrung. Immerhin ist das Theater die größte ...
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Schon nach der Veröffentlichung der «Walküre» war die Resonanz spektakulär. Da war von einem «sensationellen Fund» die Rede, von einem «wahren Schatz», von einer «Auferstehung» nach 51 Jahren. «Sei gegrüßt, du herrliches Kind», titelte Wolfram Goertz seine Besprechung in der «Zeit» und schloss mit den Worten: «Über allem wachte Keilberth, der mit dieser Aufnahme...
Wo er ist, ist Streit. Meinungsstreit. Wo Calixto Bieito arbeitet, prallen die Ansichten aufeinander. Erregt. Eifernd. Gereizt. Häufig wütend. Keiner in jüngerer Zeit, der Publikum wie Kritik so spaltet wie er. Die einen stilisieren ihn zum Messias der Musiktheater-Vergegenwärtigung. Für die anderen ist er die Inkarnation des roten Tuchs.
Daheim in Spanien steht...
Kaum eine Trouvaille aus dem Fundus vergessener Bühnenwerke ist im deutschsprachigen Feuilleton so harsch abgekanzelt worden wie Alberto Franchettis um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstandene (fünfte) Oper «Germania». «Ab in die Mottenkiste», forderte die Süddeutsche Zeitung nach der Premiere im Oktober 2006 an der Deutschen Oper Berlin – der ersten...
