«Ich bin ein Kämpfertyp»
Herr Pierwoß, Bremen und seine Theaterpolitik – ist das für Sie Anlass zu einem Rückblick im Zorn?
Ganz zweifellos. Vor einiger Zeit, als wir an dem Buch über meine Bremer Jahre arbeiteten, das jetzt herausgekommen ist, bin ich noch einmal detailliert meine dreizehn Spielzeiten durchgegangen. Und da sind bei mir doch viele Aggressionen wieder hochgekommen. Aggressionen darüber, wie von senatorischer Seite mit diesem Theater umgegangen worden ist. Wie mit meiner Person umgegangen worden ist.
Wie man immer wieder versucht hat, dieses Theater martialisch mit Kürzungen zu belegen und in seinen künstlerischen Möglichkeiten zu beschneiden. Von daher war die Bremer Zeit für mich ein Horrortrip. Zweimal, in meiner zweiten und in meiner zwölften Spielzeit, habe ich Veranstaltungen gegen den «Theatertod» initiieren müssen – und das sagt doch wohl einiges aus über die Theaterpolitik dieser Stadt. Meine Partner waren die Kultursenatoren, von denen habe ich in meinen dreizehn Spielzeiten acht verschiedene erleben müssen. Die letzten vier haben das Theater zusammengenommen insgesamt sechsmal besucht. Das ist natürlich eine niederschmetternde Erfahrung. Immerhin ist das Theater die größte ...
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Herr Frey, im vergangenen Jahr, als Sie zum neuen Bremer Generalintendanten bestellt wurden, rauschte es im Blätterwald der Feuilletons: Angeblich wollten Sie die Bremer Oper zu einem Stagione-Theater umfunktionieren. Jetzt, wo Ihr Spielplan für die erste Saison vorliegt, liest sich alles doch etwas anders: Bremen behält ein relativ großes Hausensemble; viele...
Schluss jetzt, sagen die beiden leicht zerknitterten Herren auf dem Podium. «Es bleibt dabei, dies wird meine letzte Oper sein», meint der Ältere (82), der Jüngere (63) schließt sich an: «Das tue ich nicht mehr!» Und lächeln einander so verständnisinnig an, als könnten sie wirklich zurückblicken auf ein volles, rundes, von gemeinsamen Premieren gepflastertes...
