Hurra, wir leben noch!
Das Ensemble steht unter dem Holstentor der Hansestadt und stimmt Don Giovannis Credo an: «Viva la libertà.».Doch das Quintett muss sich schützende Schals um die Sängermünder binden, aus denen Mozarts Motto nun nur noch wattig hervordringt. Die Performance-Premiere «Alive» zum Abschluss der Saison nach exakt dreimonatiger Pandemiepause findet in zwei Varianten statt: für wenige, per Los Auserwählte als Live-Event, für alle Zuhausegebliebenen in der Videoversion von Konrad Kästner. Letztere spielt launig lustvoll, klug mit der Corona-Dialektik von Nähe und Distanz.
Denn das Duett aus Verdis «Simon Boccanegra», in dem Vater und Tochter miteinander ringen, spiegelt die globale Situation in der Form einer transatlantischen Aufführung: Während Gerard Quinn seinen Bariton im Theater Lübeck strömen lässt, ist Sopranistin María Fernanda Castillo aus ihrer Heimat Mexiko per Konferenz-Software zugeschaltet. Andreas Wolf dirigiert dazu Korrepetitorin Utako Washio als Vertreterin des Orchesters. «Connection lost», heißt es dann auf einmal – eine inszenierte Internetstörung. Bewusst offen bleibt, ob das Duett wirklich auf zwei Kontinenten stattfindet oder das Spiel mit ferner Nähe der Fantasie ...
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Opernwelt August 2020
Rubrik: Focus Spezial Neustart, Seite 24
von Peter Krause
61. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752336
REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
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REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann
REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redak...
Als Julius Cyriax 1855 eine Aufführung von Wagners «Tannhäuser» sah, war’s um ihn geschehen: Mit Inbrunst verehrte der gerade 15-jährige Kaufmannssohn aus Gotha den Meister. Und dabei blieb es, sein Leben lang. Zu gern wäre er selbst Musiker geworden! Doch sein Vater wollte den Jungen in den eigenen Fußstapfen sehen. Also lernte der das Geschäft, ging 1858 erst...
arte
02.08. – 16:00 Uhr
Das große Welttheater – Salzburg und seine Festspiele
Im 100. Jahr des Festivals gewährt der szenische Dokumentarfilm von Beate Thalberg einen Blick auf die Dramen und unbekannten Ereignisse, die sich hinter der Bühne abspielten. Von ihrer Gründung 1920 über den künstlerischen Widerstand nach Hitlers Machtergreifung und den Neustart 1945 bis...
