Hurra, wir leben noch!

Alive
LÜBECK | THEATER

Das Ensemble steht unter dem Holstentor der Hansestadt und stimmt Don Giovannis Credo an: «Viva la libertà.».Doch das Quintett muss sich schützende Schals um die Sängermünder binden, aus denen Mozarts Motto nun nur noch wattig hervordringt. Die Performance-Premiere «Alive» zum Abschluss der Saison nach exakt dreimonatiger Pandemiepause findet in zwei Varianten statt: für wenige, per Los Auserwählte als Live-Event, für alle Zuhausegebliebenen in der Videoversion von Konrad Kästner. Letztere spielt launig lustvoll, klug mit der Corona-Dialektik von Nähe und Distanz.

Denn das Duett aus Verdis «Simon Boccanegra», in dem Vater und Tochter miteinander ringen, spiegelt die globale Situation in der Form einer transatlantischen Aufführung: Während Gerard Quinn seinen Bariton im Theater Lübeck strömen lässt, ist Sopranistin María Fernanda Castillo aus ihrer Heimat Mexiko per Konferenz-Software zugeschaltet. Andreas Wolf dirigiert dazu Korrepetitorin Utako Washio als Vertreterin des Orchesters. «Connection lost», heißt es dann auf einmal – eine inszenierte Internetstörung. Bewusst offen bleibt, ob das Duett wirklich auf zwei Kontinenten stattfindet oder das Spiel mit ferner Nähe der Fantasie ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Focus Spezial Neustart, Seite 24
von Peter Krause