Hoch die Gläser!
erona kann sehr heiß sein. Nur zu gut erinnere ich mich an meinen ersten Besuch in der Arena: wir, ein Trüppchen opernbegeisterter Studienfreunde, unser Gefährt ein alter Golf, natürlich ohne Klimaanlage. Fast wäre die Fahrerin wegen der Hitze ohnmächtig geworden, aber wir schafften es bis in die Stadt, drängelten uns mit den Tagesausflüglern vom Gardasee vor dem Julia-Balkon, ließen uns in einer Touristen-Trattoria übers Ohr hauen – und erlebten eine typische Veroneser Inszenierung: «Il trovatore» mit echten Pferden, Statistengewusel, Lagerfeuer auf offener Szene.
Herrlich stieg im Finalakt der Mond hinter der Bühne empor. Gegen ein Uhr morgens, als die Zuschauerströme versiegt waren, streiften wir durch die Gassen der Altstadt, berauscht von Verdis Volksmusik, verzaubert vom genius loci.
Auch 2013 sollte wieder ein Jahrhundertsommer werden: Genau vor 100 Jahren nämlich wurde in dem römischen Monumentalbau erstmals Oper gespielt. Lange hatten der Tenor Giovanni Zenatello und der Dirigent Tullio Serafin damals überlegt, wie der anstehende 100. Geburtstag Giuseppe Verdis angemessen zu begehen sei. Da kam Zenatello plötzlich eine Idee: Wie wäre es mit «Aida» in der Arena?! Welcher Ort ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Frederik Hanssen
Im nicht-britischen Ausland hatte man noch vor 25 Jahren das «Modell Glyndebourne» als rundweg exzentrisch beäugt: Picknick in den Gartenanlagen, festliche Abendgarderobe im 30er-Jahre-Stil. Die meist gut betuchten Opernenthusiasten auf der Insel begeistert dieses Ambiente, und es gibt zahlreiche Nachahmer. Dazu zählt auch die Grange Park Opera.
Lord Ashbury hatte...
Sein erstes Orchesterstück wurde gleich bei den Proms aufgeführt. Da war George Benjamin zwanzig. «Ringed by the Flat Horizon» – der Titel des 20-Minuten-Opus spielt auf ein Foto an: ödes Land, lichter Himmel, Sturmgewölk, aus dem ein Blitz zuckt. Ein Bild statisch-bewegter Natur, das viel sagt über die Klangbilder und Bildklänge, die Benjamins Musik auszeichnen....
Mitte Juni kehrt Berlin jedes Jahr seine skandinavische Seite nach außen. Dann leuchtet’s noch um Mitternacht schlierig-blau am Himmel, und plötzlich ist unübersehbar, wie nah der Norden doch liegt. Das gilt auch umgekehrt: Für Künstler, denen Stockholm und Kopenhagen nicht genug sind, gehört Berlin zu den ersten urbanen Agglomerationen auf dem Weg nach Süden....
