Zum Wohlfühlen

Daniel Behle, Sandrine Piau, Christophe Dumaux und Emiliano Gonzalez Toro singen Bach

Opernwelt - Logo

Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo in Strauss’ «Arabella». Eine Vielseitigkeitsoffensive ist, was Daniel Behle da unternimmt. Der Mann positioniert sich auf dem Markt, lässt nichts einfach so geschehen.

Und auch wenn schon der Lohengrin durch seine Pläne geistert: Behles sechste, gerade erschienene CD dokumentiert, wo er sich ausgesprochen wohlfühlt – bei Bach.

Es muss kein Argument sein gegen den Weg dieses lyrischen Tenors zu Heldischerem. Aber auffallend ist schon, wie entspannt und ungezwungen sich die Stimme durch die kniffligen Passagen dieser Kantaten- und Oratorien-Arien bewegt. Spielerisch wird das obere Register in «Ermuntre dich» angetupft. Die heiklen hohen Haltenoten im (zu langsamen) «Erwäge» klingen nie nach Grenze. Und die von Kollegen sonst oft gequetschten i-Vokale im «Benedictus» aus der h-Moll-Messe können dank kluger ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Liebe auf den ersten Burger

Aschenbrödels Familie ist ausgewandert – in die USA. Dort siedeln der junge englische Regisseur Sam Brown und die Ausstatterin Annemarie Woods «La Cenerentola» an. Dass die beiden Gewinner des European Opera Directing Price und des «Ring»-Award 2011 nun am Luzerner Theater Regie führten, ist kein Zufall: Intendant Dominique Mentha betätigt sich gern als...

Szenen ohne Worte

Die amerikanische Avantgarde-Schriftstellerin Gertrude Stein träumte davon, Bilder in Texte zu «übersetzen». Ausgangspunkt waren die kubistischen Kompositionen ihrer Malerfreunde Picasso und Braque. Dabei ging es ihr nicht um die Beschreibung ästhetischer Erfahrung, sondern um die Nachbildung von Strukturen, Rhythmen, Farbwerten mit den Mitteln der Sprache,...

Allein sein ist öde!

Die CD eingelegt, den Startknopf gedrückt, und schon können wir sie vor uns sehen, die Runde unternehmungsfroher Sänger, ums Fortepiano geschart zur Schubertiade. Wir meinen zwischen den Titeln das Rascheln von Notenblättern zu ahnen, Gelächter, Geplauder. Sei’s in einer Wiener Wohnung, oder eben im Berliner Teldex Studio. Keine Frage: Atmosphärisch ist sie, diese...