Hinterm Deich
Im Grunde erzählt sie eine traurige Geschichte, diese Komödie oder, wie der Untertitel verheißt, dieses Ballet bouffon. Da wird einem hilflosen Wesen übel mitgespielt, und alle Welt lacht sich kaputt. Uraufgeführt wurde das Werk 1745 in Versailles anlässlich der Hochzeit des Dauphins Louis mit der spanischen Infantin Maria Theresia, die – was im Blick auf den Inhalt des Stücks einen pikanten Beigeschmack enthält – nicht unbedingt als Schönheit galt.
Auch die Sumpfnymphe Platée nämlich, die gebeutelte Titelheldin in Rameaus Komödie, ist laut Libretto ein wenig attraktives Individuum und wird gerade deshalb zum idealen Angelpunkt für den Spott der Götter. Sie verkuppeln sie zum Schein mit Jupiter und lassen dessen Gattin Juno in dieses Idyll hineinplatzen. Die wird dadurch, für den Moment jedenfalls, von ihrer (wie die Mythologie zu berichten weiß, nicht grundlosen) Eifersucht auf den göttlichen Ehemann geheilt. Die Himmlischen hatten ihren Spaß, Platée bleibt, um ihre schönsten Hoffnungen betrogen, vernichtet zurück.
Soll der Zuschauer jetzt lachen oder weinen? In Bremerhaven wird Hinrich Horstkotte, für Regie und die herrlich einfallsreichen Kostüme zuständig, beiden Seiten der in ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhart Asche
Nicht selten kommt man durch etwas ganz anderes ins Gerede als durch sein eigentliches Talent. Als Beispiel sei der Stinkefinger des Fußballers Stefan Effenberg erwähnt. So etwas wie einen visuellen Stinkefinger hat man auch dem russischen Bariton Evgeny Nikitin untergeschoben, in Form einer Swastika, die er sich als Schlagzeuger einer Heavy-Metal-Rockband auf die...
Welk sind die Blätter, Eis deckt die Seen, traurig ziehen die Vögel gen Süden. Traurig, denn der Norden ist ihre Heimat, seinem Himmel gilt ihre Sehnsucht. Jean Sibelius veröffentlichte das Lied «Norden» im Jahr 1917 als erstes seiner sechs Lieder op. 90. Ein schwedisches Gedicht seines Lieblingsautors Johan Ludvig Runeberg liegt ihm zugrunde. Es steht für alles,...
Der Mann im rotbraunen Samtsakko mit Fliege zündet sich zum Schluss genüsslich einen Glimmstengel an und hört mit sarkastischem Lächeln, wie die anderen ihn verabschieden. «Questo è il fin di chi fà mal», dies sei das Ende von jemandem, der Böses tue, behaupten sie. Weswegen der Mann im Samtsakko (es ist, erraten, Don Giovanni) sie dann auch in den Orkus schickt....
