Hingabe ist alles
Frau Tomowa-Sintow, Sie waren eine außergewöhnlich vielseitige Sängerin. Gab es ein geheimes Zentrum?
Ja, das gab es. Meine allergrößte Liebe war Verdi. Verdi war der gesangliche Kompass in meinem Leben. Hier habe ich mein Legato gefunden, das meine Grundlage war und ohne das es für mich auch keinen Mozart gibt. Verdi war sogar für den Verismo meine Basis. Und für Richard Strauss.
Hatten Sie ein sängerisches Grundprinzip?
Ich habe immer versucht, mich mit der Rolle zu identifizieren.
Es mag merkwürdig klingen, aber ich finde, wenn man sich vollkommen hingibt, kommt vieles von selbst. Ich arbeitete immer daran, Selbstbewusstsein zu entwickeln und mich zu öffnen – natürlich mit Kontrolle. Es bildet, auf der Bühne mutig zu sein.
Die Berliner Staatsoper war lange ein künstlerisches Zuhause für Sie. Wie kamen Sie dorthin?
Von Leipzig aus, wohin ich nach dem Konservatorium engagiert worden war. Mein Staatsexamen in Sofia hatte ich mit Tatjana in «Eugen Onegin» gemacht. Man suchte damals junge Sänger für die DDR. In Leipzig hatte ich das Glück, schnell große Rollen singen zu dürfen. Abigaille, Butterfly, Donna Anna, Arabella und Traviata – von August bis Juli in einer einzigen Spielzeit! ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Kai Luehrs-Kaiser
Sterbehilfe am laufenden Band: Müde Menschen stehen Schlange beim industriellen Töten auf Verlangen. Hilfskräfte stülpen ihnen milchblaue Kittel über. Dann gibt es einen elektrischen Schlag, sie fallen auf einen Haufen. Dieser Schlachthof in Rom ist eine Goldgrube, die Nachfrage größer als das Angebot. Unter den Wolken muss die Müdigkeit grenzenlos sein. Die...
Jubilare
Er wurde am 10. Januar 1935 auf einer Milchfarm in einem Vorort von Chicago geboren und lernte dank der frühen Förderung durch seine musikalische Mutter schon als Kind Klavier, Geige, Bratsche, Kontrabass, Klarinette und Tuba. Sherrill Milnes studierte u. a. an der Drake University Musikpädagogik und wollte ursprünglich Lehrer werden, bevor er an...
Die Kuppel über der Bühne in der Londoner Wigmore Hall, dem inoffiziellen Mekka des Liedgesangs, ziert eine sympathisch kunstgewerbliche Allegorie der Künste, wobei die zentrale Figur die Seele der Musik symbolisiert und der Feuerball über ihr den Genius der Harmonie versinnbildlicht. Das Bild hat sich bei vielen Besuchen so selbstverständlich in die Erinnerung...
