Himmelshölle
Es ging ziemlich rund mit Webers «Freischütz» beim Grazer «Ring-Award», und manchen am Gewohnten hängenden Opernbesucher fuhr die Wilde Jagd ganz schön um die Ohren. Gefordert war im Finale die schlüssige szenische Gestaltung des zweiten Akts. Wobei die beiden mit internationalen Theaterexperten gespickten Jurys sich einhellig für die Version von Verena Stoiber (Regie) und Sophia Schneider (Bühne) entschieden, die nicht nur den Hauptpreis, sondern auch den Löwenanteil der restlichen Preise einheimste.
Sie verlegt das Geschehen in einen «auf alter Ideologie aufgebauten Raum» – konkret: das Innere einer Kirche. Auch die Wolfsschlucht wird dort unter heftiger Anteilnahme der Kirchgänger in Form einer schwarzen Messe abgefeiert. Stoiber & Schneider diagnostizieren das Innenleben des Jägers Max als zunehmend schizophren, wobei er den negativen, «bösen» Teil seines Selbst auf den Jägerkollegen Kaspar projiziert. Überzeugend sowohl der Umgang mit der Musik, hier auf Klavier und Harmonium aufgeteilt, wie denn auch, was Stoiber und Schneider aus den Rahmenbedingungen – knappes Budget und eine Woche Probenzeit – herausholten. Und die jungen Sänger der Musikhochschulen Detmold/ Münster ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché
Drei Jahrzehnte waren ihr zunächst vergönnt. Beginnend mit der Uraufführung im April 1801 zur Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest, dem heutigen Teatro Verdi, bis zu einer noch verbuchten Produktion in Palermo anno 1831. Dann sah es lange düster aus für «Ginevra di Scozia» von Simon Mayr. Für den dreistündigen Zweiakter bediente sich der bayrisch-italienische...
In «Geschichten aus dem Wiener Wald» decouvriert Ödön von Horváth das «goldene Wienerherz». Sie sind Wiener.
Ich bin in Wien geboren. Aber ich habe mich wegen dieser vielen goldenen Wienerherzen entschlossen, niemals ein professioneller Wiener zu werden.
Horváth selbst war ja eher Un-Wiener.
Er wurde in Fiume, heute Rijeka, geboren und war ein typisches Gewächs der...
Nach dieser Aufführung möchte man sprachlich Fahnenflucht begehen, die abgewohnten Worte hinter sich lassen. Denn das, was man an diesem Abend, bei Romeo Castelluccis beklemmender, weit über das Theatralisch-Szenische hinausgehender Exegese von Glucks «Orfeo ed Euridice» erlebt, entzieht sich jeder üblichen Beschreibung.
Bei seiner Annäherung an den...
