Himmel und Hölle

Drei Engel für Giorgio: Sabine Devieilhe, Lea Desandre und Emmanuelle Haïm vitalisieren frühe Händel-Kantaten

Dieses Liebesglück ist vollkommen. Hat zwar ein bisschen gedauert, bis die Schäferin Fillide den Werbungen Amintas nachgab; schließlich galt es – in zehn zähen Da-capo-Arien – die Wahrhaftigkeit seines Ansinnens zu prüfen. Doch jetzt, im abschließenden Duett «Per abbatter il rigore d’un crudel», gibt es kein Halten mehr. Die Augen glänzen, das Herz erzittert. Und der Blick der beiden Liebenden richtet sich dankerfüllt in den göttererleuchteten Himmel.

Und so klingt es auch.

Die schönste Musik hat Georg Friedrich Händel für das Ende seiner Kantate «Aminta e Fillide» komponiert, bestechend analog zur Handlung. Mal tänzeln die Gesangslinien spielerisch umeinander herum, mal sind sie ineinander verschlungen, um fast postwendend als sequenzierende Echos durch den Garten zu eilen. Und das wortwörtlich: Denn die Uraufführung der (auf pastoralem Vorbild fußenden) Kantate fand im Juli 1708 auf dem idyllischen Anwesen des Fürsten Francesco Maria Ruspoli in Rom statt, sonnenbeschienen vermutlich. Dieses Licht strahlt nun auch in der Wiedergabe durch jene drei Damen, die wohl eigens für diese barocke Musik ihr Handwerk erlernt haben: die Sopranistin Sabine Devieilhe, ihre Mezzo-Kollegin Lea ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Jürgen Otten