Herzeinschneidend

Glass: The Fall of the House of Usher am Staatstheater Hannover

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Für die Nüstern des Lesers von Edgar Allan Poes «The Fall of the House of Usher» ist er ein alter olfaktorischer Bekannter: der imaginierte schauerliche Moderduft dieses einen ungelösten Geheimnisses, der die Lektüre der Erzählung aus dem Jahr 1839 dunkel-feucht umhüllt. Ein Brief erreicht darin den Erzähler der Geschichte. Sein blaublütiger Freund ersucht ihn mit Nachdruck wegen einer rätselhaften Krankheit um Hilfe und Besuch. Angekommen an dem gruseligen Ort, stirbt die Schwester des Freundes – eine Schwester, von deren Existenz der Erzähler bis dahin gar nichts wusste.

Eines Nachts «feiert» die bereits Begrabene ihre Wiederauferstehung, stürzt sich wiederum sterbend auf den Bruder, der ebenfalls umgehend das Zeitliche segnet. Das titelgebende Haus versinkt daraufhin im Moor. Viele Fragen bleiben offen: Unter was für einer Krankheit hatte der Freund zu leiden? Wer ist diese ominöse Zwillingsschwester? Und warum zum Teufel ist ihr eine Wiederkehr beschert? 

Die Regisseurin Victoria Stevens belässt es nicht leichterhand bei inszenierten Frageräumen, sondern begibt sich dezidiert auf die Suche nach einer Antwort. Die szenische Verhandlung der von Poe vorgegebenen ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Susanne Westenfelder

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