Zwei Schwestern
Ungeliebte Schwestern sind sie beide, sind es im Grunde seit dem Tag, an dem sie das Licht der Welt erblickten. Während den Puschkin’schen Schöpfungen «Eugen Onegin» und «Pique Dame» sowie, wenngleich seltener, auch «Jolanthe» bis heute kontinuierlich ein Logenplatz zugewiesen wird, saßen sowohl die «Jungfrau von Orléans» (Jahrgang 1881) als auch die wesentlich jüngere «Zauberin» (Jahrgang 1887) stets am Katzentisch – ob zu Recht oder nicht, darüber werden die Musikgelehrten wohl noch lange debattieren.
Umso erfreulicher, dass sich nun zwei bundesdeutsche Opernhäuser mit den beiden «Damen» beschäftigten, mit ihren Geschichten, die beide im 15. Jahrhundert spielen, und jeweils eine Frau in den Mittelpunkt rücken, die ihr Schicksal selbstbewusst in die eigene Hand nimmt. Die Deutsche Oper am Rhein brachte in ihrem Düsseldorfer Stammhaus die «Jungfrau» heraus, die Oper Frankfurt zog nur einen Tag später mit der «Zauberin» nach.
Tschaikowsky selbst hielt «Tscharodeika» (so der Originaltitel) für sein bestes Bühnenwerk, sträubte sich aber nach der Uraufführung am 1. November 1887 am Mariinsky-Theater in St. Petersburg gegen Kürzungen, obwohl die Kritiken vernichtend waren (das ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 5
von Jürgen Otten
In Poulencs «Dialogues des Carmélites», meint Michele Mariotti, seit dieser Spielzeit musikalischer Leiter des Teatro dell’Opera di Roma, gehe es um universelle Themen: «die Beziehung von Leben und Tod, die Angst, den Glauben an die eigenen Überzeugungen». Als gäbe es ein zartes Band zwischen Kunst und Wirklichkeit, tritt noch vor Beginn der...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Verdi, Stiffelio: 7., 19., 29.
- The Tiger Lillies, Shockheaded Peter: 14., 20. - Mozart, Le nozze di Figaro: 15., 21., 27.
Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater
www.winterstein-theater.de
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Wir nehmen an, es war eisig kalt an diesem 27. Februar 1675 in London und vermutlich neblig dazu. Draußen zumindest. Drinnen aber, im frisch renovierten Dorset Garden Theatre, brannte sogar die Luft. Ein Spektakel gab es da zu erleben, das seinesgleichen suchte, mit Höllenund Himmelsmaschinen, üppigen Kostümen, frech-frivolen Tanzeinlagen und einer hinreißenden wie...
