Henze: Die Bassariden
Die Masse torkelt. Es baumeln die Arme, es wippen die Knie. Thebens Volk scheint verzaubert. Gott Dionysos hat es verführt. Wie ein Chor aus Bhagwan-Jüngern zieht es dahin, und Dionysos, der rachsüchtige, hinterlistige Gott, trägt ein Dauergrinsen zur Schau. In Köln haben die «Bassariden» Einzug gehalten, und das erstmalig. Man hat sich für die revidierte Fassung von 1992 und damit gegen das Intermezzo «Das Urteil der Kallipe» entschieden.
Gesungen wird im englischen Original, weil das «den Umgang mit allen Zwischentönen der großartigen Textvorlage» erlaubt, so Dirigent Markus Stenz.
Er ist es auch, der über rund zwei Stunden Spieldauer die musikalischen Fäden klug zusammenhält. Mit genauen Einsätzen organisiert er die unterschiedlich hochpeitschenden Klangwellen, mit konzentriertem Blick wechseln seine Augen ständig zwischen Partitur, Orchester und Bühne. In der nicht immer unproblematischen Akustik des Kölner Opernhauses geraten die Sängerstimmen nie wirklich in Gefahr, zugedeckt zu werden, und auch der Chor besitzt in den Piano- und Mezzobereichen genügend Durchschlagskraft. Stenz ist mit Henzes Musik bestens vertraut und konnte das an seine Gürzenich-Leute erfolgreich ...
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