Heine war entzückt
Unter dem Datum 1. Mai 1844 berichtet Heinrich Heine in seinem Paris-Buch «Lutetia» von einer schönen Begebenheit: «Einen ungeheuren Beifall findet Scribes neue Oper ‹Die Sirene›, wozu Auber die Musik geschrieben.» Damals ein Repertoire-Renner, ist das Stück heute nicht einmal mehr dem Titel nach bekannt. Völlig zu Unrecht, wie man jetzt dank der Initiative des Théâtre Impérial in Compiègne weiß, wo schon eine ganze Reihe anderer Auber-Opern wie «Die Krondiamanten» und «Manon Lescaut» wieder ins Licht gerückt wurden.
Mit 28 gemeinsamen Arbeiten waren Dichter und Komponist ein eingespieltes Team, als sie mit der dreiaktigen opéra-comique «La Sirène» noch einmal auf das Erfolgsrezept des «Fra Diavolo» (1830) zurückgriffen. Es geht um den Schmuggler Scopetto, der unter dem Namen Marco Tempesta in den Abbruzzen sein Unwesen treibt, und seine Schwester Zerlina, die mit ihrem geheimnisvollen Sirenengesang Einwohner und Reisende bezaubert. Auch den Impresario Bolbaya, der eine solche Stimme für sein Opernensemble sucht. Zerlina liebt den Seemann Scipion, der sich am Ende als Herzog entpuppt. Eine romantische Räuberklamotte, die reich an Wendungen und dramatischen Theatercoups ist, ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Ekkehard Pluta
JUBILARE
Ingeborg Springer wurde im schlesischen Waldenburg geboren und wuchs in Schwerin auf. Nach ihrem Studium an der Musikhochschule Berlin debütierte die Mezzosopranistin 1964 als Mercédès in Bizets «Carmen» an der Staatsoper Dresden, der sie bis 1968 angehörte. Anschließend war sie bis 1983 Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper. Im Haus Unter den Linden...
Die Szene ist Legende. Weil sie so mysteriös ist, buchstäblich von Schlummerwolken umkränzt. «Götterdämmerung», zweiter Aufzug, erste Szene. Ein Mann sitzt, schwer bewaffnet, am Flussufer vor der Gibichungenhalle und schläft. Aber er schläft mit offenen Augen. Träumt er, dämmert er vor sich hin? Oder macht er nur ein kleines Brecht’sches Nickerchen, in dessen...
Schönes Entrée: Unzählige bunte Fahnen flattern am Ausgang des Rotterdamer Hauptbahnhofs im Wind, sämtlich tragen sie die Aufschrift «Operadagen». Das Festival, das im Mai seine 14. Ausgabe feierte, ist ein Großereignis in der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde und mit ihrem Mut für avantgardistische Baukonzepte als Ikone...
