Hèctor Parra: «Das geopferte Leben»
Komposition ist ebenso in die Zukunft projizierte Neuschöpfung wie auch Interpretation der gesamten Vergangenheit der Musik – ob der Komponist das will oder nicht», schrieb Hans Zender in einem 2012 veröffentlichten Aufsatz über das «Komponieren heute». In Hèctor Parras bei der Münchener Musiktheater Biennale uraufgeführten Oper «Das geopferte Leben» (siehe OW 7/2014), einer Kooperation mit dem sich ebenfalls durch große Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber auszeichnenden Musiktheaterensemble des Theaters Freiburg, ist dieses Wollen Grundbedingung.
Nicht, dass das Aufeinandertreffen von alter Musik und musikalischer Moderne eine Entdeckung der jüngsten Gegenwart wäre – schon Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts wie Ernst Krenek reflektierten über Berührungspunkte zwischen Epochen, die extrem weit auseinander liegen. Auffallend aber ist seit Jahren die musikalische Neugier von Spezialensembles. Mustergültig spiegelt sich das in den beiden nicht nur durch ein gemeinsames Domizil miteinander verbundenen Freiburger Klangkörpern ensemble recherche und Freiburger Barockorchester. Für diese hat der katalanische Komponist seine Reflexion auf den antiken Orpheus-Mythos geschrieben. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Uraufführungen des Jahres, Seite 49
von Alexander Dick
«Weltrang». Ein Wort, das dem Staatsintendanten leicht und oft über die Lippen geht. Nikolaus Bachler liebt den Superlativ. Vor allem, wenn er über die Bayerische Staatsoper spricht. Dass das Nationaltheater in München Deutschlands erste Opernadresse ist, steht für den seit 2008 amtierenden Hausherrn außer Zweifel. Und er lässt kaum eine Gelegenheit ungenutzt, um...
Die post-moderne Erfahrung der Wahrheit ist eine ästhetische Erfahrung», erklärte vor beinahe dreißig Jahren der italienische Philosoph Gianni Vattimo in seinem viel rezipierten Buch vom «Ende der Moderne». Er vertrat auch die These, dass sich mit dem Ende des Jahrtausends das Abenteuer des metaphysischen Denkens seinem Ende zuneige. Doch es gibt Komponisten wie...
Herr Bachler, stimmt es eigentlich, dass Sie in München mal als Kellner gearbeitet haben?
Ja, als Student einen ganzen Sommer lang. In einem Café am Odeonsplatz. Das muss so Anfang der Siebzigerjahre gewesen sein.
Und da konnten Sie zum ersten Mal beobachten, wie die Münchner ticken?
Vor allem habe ich damals zum Theater gefunden. Durch den «Sommernachtstraum» von...
