Frankenstein am Alexanderplatz
Drahtig, nicht besonders groß. Ein Bart und wilde Lockenbüsche. Blitzende Augen und eine Riesenenergie. Man würde Aleksandar Denic glatt zutrauen, dass er die gigantischen Sets höchstpersönlich auf die Bayreuther Bühne wuchten könnte, die er sich für Wagners «Ring des Nibelungen» ausgedacht hat. Jenen «Ring», der eigentlich «Denic-Ring» heißen müsste, wie eine Tageszeitung diesen Sommer schrieb.
Mit Wagners Musik kam der 1963 geborene Serbe zum ersten Mal als Teenager in Berührung, auf einem Filmfestival in Belgrad.
Da lief «Apocalypse Now», Francis Ford Coppolas Film über den Vietnamkrieg, in dem der «Walkürenritt» verwendet wird. «‹Wow, was für eine Musik!›, dachte ich. Da hat Wagner mich gepackt.» Viele Jahre später, im April 2012, tönten die Walküren wieder, in Castorfs Kafka-Show «Amerika» in Zürich, gespielt von einer Gipsy-Band. Da war es zum «Ring» nicht mehr weit.
Seine Filmengagements hatten Denic längst rund um den Globus geführt, aber was das Theater betraf, beschränkte er sich überwiegend auf Serbien. Das änderte sich, als er Frank Castorf begegnete. Zufällig, auf einer Party in Belgrad. «Wir fingen an zu reden. Nicht über Kunst, sondern über alles andere. Und wir ...
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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Bühnenbildner des Jahres, Seite 54
von Wiebke Roloff
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