Happy End in Moll
Als Händel im Winter 1741 nach Dublin reiste, hatte er neben dem soeben vollendeten «Messias» auch die Partitur seiner vorletzten, 1740 durchgefallenen Oper «Imeneo» im Gepäck. Dass das auf einem älteren Libretto von Silvio Stampiglia beruhende Stück angesichts des gewandelten Geschmacks des Londoner Theaterpublikums nur zweimal aufgeführt wurde, verwundert bei der einfach gestrickten, ganz und gar unheroischen, fast schon ironisch beleuchteten Handlung kaum.
Die mit Tirinto liierte Rosmene wird von Piraten geraubt, von Imeneo – dem antiken Hochzeitsgott Hymenaios – befreit und kann sich in dem daraus folgenden Konflikt zwischen Pflicht und Neigung nicht entscheiden, wen sie nun heiraten soll, den neuen Aspiranten auf ihre Hand oder den alten Liebhaber. Ihr fingierter Wahnsinnsanfall macht die Wahl nicht leichter, sondern zögert das lieto fine, bei dem Tirinto das Nachsehen hat, nur hinaus.
Für die Dubliner konzertante Aufführung arbeitete Händel das intime Kammerspiel unter dem neuen Titel «Hymen» zur «Serenata» um. Dabei hat er die Instrumentation retuschiert, einzelne Nummern ersetzt und die Verteilung der Stimmen geändert: Die Kastratenrolle des Tirin-to übertrug er einer ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Uwe Schweikert
Gut, wenn man Verwandtschaft hat! Engelbert Humperdinck wäre aus seiner Schaffenskrise vielleicht nie herausgekommen, hätte seine Schwester nicht Vertonungen ihrer Liedtexte benötigt: Ein Puppenspiel wollte sie einstudieren, «Hänsel und Gretel», nur für den Hausgebrauch. Humperdinck machte gleich eine abendfüllende Oper daraus, Schwager und Vater stiegen in die...
Hört man «Satanella», wird man an William Schwenck Gilbert and Arthur Sullivan erinnert – nur, dass hier wohl alles todernst gemeint ist. Oder doch eher nicht? Vielleicht auch tongue in cheek? Auf jeden Fall dürften Gilbert & Sullivan in diesem Stück genügend Material für ihre Parodien der viktorianischen Oper gefunden haben, das überraschende «Happy ending»...
Lyon, 22. März 2016: Vor der Vorstellung von «Benjamin, dernière nuit» tritt jemand vor den Vorhang und bittet um mitfühlendes Schweigen für die Opfer der Brüsseler Anschläge am Morgen des gleichen Tages. In der Stille denken wir daran, wie sehr diese Karwoche Leid und Tod ohnehin in den Mittelpunkt rückt. Und dass Gottes Name schon immer zur Rechtfertigung von...
