Habe Dank!
Der Glaube, so sagt man, sei imstande, ganze Gebirgsketten zu versetzen. Der Aberglaube hingegen vermag Menschen in herbe Nöte zu stürzen, denen sie problemlos und bequem entweichen könnten, würden sie der Statistik vertrauen. Die besagt nämlich auch im Fall des berühmten Phänomens «Freitag, der Dreizehnte», dass an diesem Tag nicht mehr und auch nicht weniger Schlimmes passiert als an anderen Tagen des Jahres. Und doch ist die Zahl derjenigen, die mit diesem Datum dämonisch-diabolische Gedanken, ja, sogar Untergangsszenarien verbinden, enorm. Nur der Himmel weiß, warum.
Auch Arnold Schönberg, der große Visionär der Neuen Musik, zählte zu den Vertretern des Homo sapiens, die diesen Tag fürchteten wie der Teufel das Weihwasser. Medizinisch ausgedrückt, litt er unter Triskaidekaphobie, unter der Angst vor der Zahl 13 – was spöttische Geister mit dem Bonmot kommentierten, gerade deswegen habe er die Dodekaphonie erfunden. Tatsächlich aber wurden Schönbergs Befürchtungen bestätigt: Er starb am Freitag, den 13. Juni 1951. Und was den Zahlenmystiker posthum vermutlich kaum minder arg verstört hätte: Sein 150. Geburtstag fiel auf einen Freitag. Als wäre dies nicht genug der schlechten ...
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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten
Ein Mann und eine Frau, die an einer Strahlenkrankheit stirbt, von fremden Stimmen besessene Figuren, eine Liebesgeschichte und die Welt nach einer Atomkatastrophe: Mit «INES» zeigen Ondřej Adámek und Katharina Schmitt ein Musiktheaterstück am Ende des Anthropozäns. Der Titel geht dabei auf die INES-Skala zurück, die zur Festlegung von Störfällen in Kernkraftwerken...
Seit seiner grandiosen Gesamteinspielung des Lied-Œuvres von Gabriel Fauré gehört der Tenor Cyrille Dubois zu den Top-Interpreten der französischen Liedkunst; zuletzt überraschte der Tenor mit einer gleichermaßen verstörenden wie bezwingenden Aufnahme von Schuberts «Winterreise». Auf seiner jüngsten CD kehrt Dubois zum vertrauteren Repertoire des französischen...
Wie Walhall tatsächlich aussieht, das wissen wir nicht. Es muss komfortabler sein als die Jurten, in der die Götter bislang hausten, vielleicht ist es aus Stein. Und auch am Ende, Millionen Jahre später, wenn Wotans Sippe ihre Felle längst gegen Anzüge und Kleider getauscht hat, bleibt der ersehnte Bau im Dunkeln. Ein paar siechende Rollstuhlfahrer sieht man hier...
