Große Szene in Niederbayern
Auf den Trank wurde schon andernorts verzichtet. Tristan und Isolde, das ist ja längst Regie-Common-Sense, brauchen für den Rausch keine Droge. Hier drängt es sie nach vorn an die Rampe, während hinten vertikal rasende Projektionen freien Fall suggerieren. Viel mehr geht nicht in diesem Raum, in dem sich auch Dressuren und Clowns denken lassen und der in einer der schönsten Städte Bayerns an deren wohl unwirtlichstem Ort zu finden ist. Wie lange das Landestheater Niederbayern noch im Theaterzelt am Landshuter Messegelände spielen muss, weiß keiner.
Das alte Stadttheater an der Isar wird nicht enden wollend renoviert. Immerhin einen Vorteil hat das: Das Drei-Städte-Unternehmen, das noch Passau und Straubing mit Schauspiel, Ballett und Musiktheater versorgt, kann sich größer Dimensioniertes gönnen.
«Aus dieser Idee ist der ‹Tristan› geboren», sagt der bei Wagner Regie führende Intendant Stefan Tilch. Mitte Mai riskierte man zusätzlich Verdis «Aida», die in der Passauer Dreiländerhalle herauskam. Das dortige Fürstbischöfliche Opernhaus hat zwar die Sanierung nach einem Hochwasser hinter sich, auf die Zusatzkapazitäten für solche Elefantenstücke mochte Tilch aber nicht verzichten. ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Markus Thiel
Knapp vorbei ist auch daneben. 1921 schrieb Arnold Schönberg in einer kleinen Festschrift zum Geburtstag seines Lehrers, Freundes und Schwagers Alexander Zemlinsky: «Zemlinsky kann warten.» Warten musste dieser in der Tat: Die Uraufführung seiner Oper «Der Traumgörge» ging erst 1980, mit gut 75 Jahren Verspätung, in Nürnberg über die Bühne.
Schönberg hatte das...
War im 19. Jahrhundert das Kunstlied noch eine jener musikalischen Gattungen, der sich nahezu alle Komponisten mit stetem Eifer und großer Resonanz widmeten, kam es in den 1920er-Jahren zusehends aus der Mode. Der radikale gesellschaftliche Wandel, das Verschwinden des bürgerlichen Salons wie auch der Aufbruch in neue stilistische Sphären jenseits der Romantik...
Die Geschichte der Opera buffa setzt bekanntlich mit den komischen Intermezzi ein, die in den Pausen ausladender heroischer Opern gegeben wurden. Pergolesis «La serva padrona» ist ein Modellfall der Gattung. Aber auch «Pimpino-ne» wird in der Version von Telemann (1725) noch heute gelegentlich gespielt. Allerdings ist diese deutsche Variante nichts anderes als ein...
